Brasilien: Weltweit ältester Palmfarn beschrieben

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Mit 280 Millionen Jahren ist das Stück das älteste anatomisch erhaltene Fossil einer Pflanze aus der Ordnung der Cycadales (Fotos: Senckenberg)
Datum: 16. März 2021
Uhrzeit: 23:05 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Senckenberg-Wissenschaftler haben mit brasilianischen Kolleg*innen das weltweit älteste anatomisch erhaltene Fossil eines Palmfarns aus der „Irati Formation“ in Brasilien beschrieben. Der etwa 280 Millionen Jahre alte baumförmige Stamm ist ein Hinweis, dass diese Samenpflanzen sehr viel früher weltweit verbreitet waren, als es bislang angenommen wurde. Die Studie erscheint heute im Fachjournal „Review of Palaeobotany and Palynology“. Palmfarne, die zusammen mit Nadelbäumen und dem Ginkgo-Baum zu den Nacktsamern gehören, erinnern optisch mit ihren baumförmigen Stämmen an deren oberen Ende ein Blätterschopf zu finden ist an Palmen und sind heute weltweit in sub-tropischen und tropischen Regionen zu finden. „Unsere neueste Entdeckung zeigt, dass diese Pflanzen schon vor 280 Millionen weiter verbreitetet waren, als bisher vermutet“, erklärt Rafael Spiekermann, Doktorand am Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseum Frankfurt.

Spiekermann hat gemeinsam mit Prof. Dr. Dieter Uhl, Leiter der Abteilung Paläontologie und Historische Geologie bei Senckenberg, und einem brasilianisch-deutschen Team ein Pflanzenfossil aus der Irati Formation in Brasilien neubeschrieben. „Ursprünglich war das etwa 280 Millionen alte und 13 Zentimeter lange Pflanzenfossil der Klasse der Bärlapp-Pflanzen, den Lycopodiopsida, zugeordnet“, erläutert Uhl und fährt fort: „Anhand verschiedener, eindeutiger Merkmale konnten wir die stammartige Versteinerung nun aber eindeutig als den Spross eines Palmfarns identifizieren.“ Das Stück repräsentiert damit das weltweit älteste anatomisch erhaltene Fossil einer Pflanze aus der Ordnung der Cycadales.

„Zudem ist Iratinia australis das älteste Fossil dieser Gruppe, das bisher auf dem erdgeschichtlichen Großkontinent Gondwana, gefunden wurde“, ergänzt Spiekermann und resümiert: „Wir gehen daher davon aus, dass Palmfarne oder ihre engen Verwandten auch schon in der Zeit des Perms – ähnlich wie heute – weltweit verbreitet waren.“

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