Asteroiden-Einschlag ließ Regenwälder entstehen

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Laut einer Studie der US-amerikanischen Forschungseinrichtung "Smithsonian Tropical Research Institution" in Panama veränderte sich die Vegetation des Amazonas drastisch (Foto: Latinapress/Dr. Carvalho Science 2021)
Datum: 05. April 2021
Uhrzeit: 15:08 Uhr
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Nach einem verheerenden Asteroiden-Einschlag vor fast siebzig Millionen Jahren verschwanden die Dinosaurier und die Pflanzenvielfalt ging um etwa fünfundvierzig Prozent zurück. Das Aussterben war weit verbreitet, besonders bei samentragenden Pflanzen. Während sich die Wälder in den nächsten sechs Millionen Jahren erholten, wurden sie von Blütenpflanzen dominiert. Laut einer Studie der US-amerikanischen Forschungseinrichtung „Smithsonian Tropical Research Institution“ in Panama veränderte sich die Vegetation des Amazonas drastisch, nachdem der etwa zwölf Kilometer große Asteroid in Yukatan, Mexiko, einschlug.

Forscher nutzten fossile Pollen und Blätter aus Kolumbien um zu untersuchen, wie der Einschlag die südamerikanischen Tropenwälder veränderte. „Unser Team untersuchte über 50.000 fossile Pollenfunde und mehr als 6.000 Blattfossilien von vor und nach dem Einschlag“, erklärt Co-Autorin Dr. Mónica Carvalho. Die Wissenschaftler fanden heraus, dass zapfentragende Pflanzen, sogenannte Koniferen und Farne, vor dem Einschlag des Asteroiden weit verbreitet waren. Auch die Struktur der tropischen Wälder veränderte sich im Zuge dieses Übergangs. Während der späten Kreidezeit (als die Dinosaurier noch lebten) waren die Bäume, aus denen die Wälder bestanden, weit voneinander entfernt. Die oberen Teile überlappten sich nicht und ließen offene, sonnenbeschienene Bereiche auf dem Waldboden zurück.

Nach dem Einschlag entwickelten die Wälder ein dichtes Blätterdach, durch das viel weniger Licht den Boden erreichen konnte. Der Einschlag verwandelte die kargen, nadelholzreichen Tropenwälder des Dinosaurierzeitalters in die heutigen Regenwälder mit ihren hoch aufragenden Bäumen, die mit bunten Blüten und Orchideen übersät sind. Basierend auf ihrer Analyse der Pollen und Blätter schlagen die Forscher drei verschiedene Erklärungen vor.

Erstens könnten die Dinosaurier den Wald davor bewahrt haben, zu dicht zu wachsen, indem sie Pflanzen, die in den unteren Ebenen des Waldes wachsen, gefressen und zertreten haben. Eine zweite Erklärung ist, dass die herabfallende Asche des Einschlags die Böden in den gesamten Tropen anreicherte, was den schneller wachsenden Blütenpflanzen einen Vorteil verschaffte. Die dritte Erklärung ist, dass das bevorzugte Aussterben von Nadelbaumarten eine Gelegenheit für blühende Pflanzen geschaffen hat, die Oberhand zu gewinnen.

„Die Lektion, die wir hier gelernt haben, ist, dass sich tropische Ökosysteme bei schnellen Störungen nicht einfach wieder erholen, sondern ersetzt werden – und dieser Prozess dauert sehr lange“, so Dr. Carvalho.

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