Ecuador: Verfassungsgericht entkriminalisiert Abtreibung wegen Vergewaltigung

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Gewalt und sexuelle Übergriffe gegen Frauen sind in Lateinamerika an der Tagesordnung (Foto: onumulheresbrasil)
Datum: 29. April 2021
Uhrzeit: 11:01 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Das Verfassungsgericht von Ecuador hat am Mittwoch (28.) zugunsten der Entkriminalisierung der Abtreibung wegen Vergewaltigung entschieden. Damit können bestehende Gesetze, die das Abbrechen einer Schwangerschaft aus diesem Grund bisher verbieten, geändert werden. In einem Gremium von neun Richtern stimmten sieben dafür, die Artikel 149 und 150 des Strafgesetzbuchs für verfassungswidrig zu erklären. Zwei Richter hatten dagegen gestimmt. Insgesamt hatten sieben Organisationen, darunter Frauen, Feministinnen und Menschenrechtsorganisationen, einen Antrag vor diesem Gremium gestellt – der höchsten Instanz in Verfassungsfragen. Vor Verkündigung des Urteils waren trotz Versammlungsverbot (Corona) zahlreiche Gruppen, darunter Feministinnen und religiöse Gruppen, vor dem Verfassungsgericht erschienen und brachten ihre unterschiedlichen Meinungen mit Trommeln und Rufen zum Ausdruck.

In den letzten Stunden vor dem Urteil teilte María de Lourdes Alcívar, die Frau des gewählten Präsidenten Guillermo Lasso, auf ihrem Twitter-Account mit: „Lasst uns zu Gott beten, dass Abtreibung in unserem Land nicht genehmigt wird. Es ist Mord, mögen unsere Herzen schmerzen. Wir alle haben das Recht auf Leben. Mütter und Väter erzieht Eure Kinder von klein auf. Von dem Moment an, in dem sie geboren werden – damit sie wissen, wie man das Leben respektiert“. Eine der bekanntesten Aktivistinnen für Frauenrechte, Lolo Miño, sagte im selben sozialen Netzwerk: „Ich weine beim Schreiben, weil ich es nicht glaube! Heute haben Mädchen und Frauen, die in Ecuador Opfer von Vergewaltigungen geworden sind, eine zweite Chance bekommen. Heute hat das Verfassungsgericht die Abtreibung bei Vergewaltigung entkriminalisiert. “

Die Nationale Koalition der Frauen Ecuadors begrüßte das Urteil, das sie als „notwendigen, wenn auch unvollständigen Fortschritt“ ansah und brachte vor, dass sie weiterhin für die vollständige Entkriminalisierung der Schwangerschaftsunterbrechung kämpfen werde. Alles in allem betrachten sie die Verfassungsentscheidung als Meilenstein, insbesondere für ecuadorianische Mädchen und Jugendliche. Offizielle Zahlen belegen, dass jedes Jahr 14 Minderjährige unter 14 und 159 Jugendliche aufgrund sexueller Gewalt im Land gebären.

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