Argentinien schließt Öffnung der Grenzen für den Tourismus aus – Update

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Eine Öffnung der Grenzen für den internationalen Tourismus ist nicht in Sicht (Foto: Alex Proimos)
Datum: 19. Mai 2021
Uhrzeit: 16:01 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Argentiniens Minister für Tourismus und Sport, Matias Lammens, hat am Mittwochmorgen (19.) Ortszeit das von der Regierung von Alberto Fernandez durchgeführte Management der Corona-Pandemie hervorgehoben. Nach seinen Worten ist „kein Argentinier gestorben, weil er nicht vom Gesundheitssystem behandelt wurde“. Eine Öffnung der Grenzen für den internationalen Tourismus schloss er weiterhin aus. In einem Interview bedauerte er, dass der Tourismus „zweifellos“ einer der am stärksten von der Coronavirus-Pandemie betroffenen Sektoren ist. Er betonte wie wichtig es ist, in einem Sektor, der mehr als eine Million Arbeitsplätze im Lande generiert, mehr „Weitsicht“ für die Zukunft zu haben.

Lammens hat die Ankunft der Impfstoffe gegen COVID-19 begrüßt, von denen das Nachbarland von Chile, Bolivien, Paraguay, Brasilien und Uruguay bereits etwa fünfzehn Millionen besitzt. „Es stimmt uns optimistisch, dass wir beginnen können die Rückkehr zur Normalität zu programmieren und bei dieser Rückkehr spielt natürlich der Tourismus eine entscheidende Rolle für die argentinische Wirtschaft. Die Schließung der Grenzen ist natürlich eine harte Maßnahme für den Sektor, aber sie wird in diesem gesundheitlichen Kontext getroffen und ich sehe nicht, dass sich das Szenario kurzfristig ändern wird“, betonte er.

Die Realität im südamerikanischen Staat sieht allerdings ganz anders aus. Argentinien erlebt eine scharfe zweite Welle der Pandemie, die durchschnittliche Zahl der Todesopfer erreicht einen Rekord von über 450 Todesopfern pro Tag. Das Land hat seit der Pandemie über 70.000 Todesfälle verzeichnet. Täglich liegen die Neuerkrankungen im Durchschnitt bei knapp 25.000, was zu strengeren Einschränkungen führt. Die Impfkampagne läuft schleppend, nur 4,5 Prozent der Bevölkerung sind vollständig geimpft und achtzehn Prozent haben mindestens eine Dosis erhalten. Bei durchschnittlich 132.000 Dosen pro Tag dauert es weitere 69 Tage, um weitere zehn Prozent der Bevölkerung zu impfen. Die argentinische Gewerkschaft, die Friedhofs-, Krematoriums- und Bestattungsunternehmer vertritt, hat einen nationalen Streik angedroht wenn sie mit der Regierung keine Einigung über Impfstoffe erzielt. Der Streik könnte diese Woche beginnen, nachdem eine von der Regierung erzwungene Schlichtungsfrist abgelaufen ist. Das Bestattungsprotokoll für COVID-19-Opfer umfasst die Desinfektion des Sarges, bei dem die Arbeitnehmer Schutzkleidung tragen müssen, einschließlich Körperanzügen, Gesichtsmasken, Schutzbrillen und Handschuhen. Ein Großteil dieser Personen ist nicht geimpft und hat große Angst vor einer Infektion.

Update, 21. Mai

Argentinien bekommt das Corona-Virus nicht unter Kontrolle. Das Gesundheitsministerium bestätigt in den letzten 24 Stunden mehr als 35.800 COVID-19-Infektionen und hat nun einen neuntägigen harten „Lockdown“ verhängt. Das öffentliche Leben wird vorläufig bis zum 30. Mai weitgehend zum Stillstand kommen, wirtschaftlichen Aktivitäten werden zu einem Großteil ausgesetzt und alle Bildungseinrichtungen müssen schließen.

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