Brasilien: Hochwasser inmitten der Corona-Krise

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Im Amazonas überflutet ein Rekord-Hochwasser weite Bereiche (Foto: Alberto César Araújo/Amazônia Real)
Datum: 07. Juni 2021
Uhrzeit: 21:27 Uhr
Ressorts: Brasilien, Panorama
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die weltweite Corona-Krise ist noch lange nicht ausgestanden, doch in Brasilien kämpft man im Augenblick zusätzlich mit Problemen der ganz anderen Art. Heftige Überschwemmungen haben die Gebiete am Amazonas so stark überflutet wie schon seit mehr als 100 Jahren nicht mehr. Vor allem Manaus ist betroffen – dort hat auch Corona bereits gewütet.

Starker Regen führt zu steigenden Pegelständen

Enorme Niederschläge sind dafür verantwortlich, dass der Rio Negro mit knapp 30 Metern einen Wasserstand erreicht hat, der zum letzten Mal Anfang des 20. Jahrhunderts im Jahr 1902 gemessen wurde. Das berichtet das Portal G1 kürzlich aus der Region. Selbst im Jahr 2012, als das letzte Jahrhunderthochwasser mit einer Höchstmarke von 29,97 Metern erreicht wurde, lag man noch etwas unter der jetzt festgestellten Marke von 29,98 Metern. Ab einer Höhe von 29 Metern spricht man in den örtlichen Medien in der Regel von einer „ernsthaften Überschwemmung“. Experten gehen davon aus, dass der Pegelstand in den nächsten Tagen noch weiter steigt und dass auch die 30-Meter-Marke noch erreicht wird. Wer sich in den lokalen Medien über das aktuelle Geschehen vor Ort informieren will, sollte unbedingt über die nötigen Sprachkenntnisse in Portugiesisch oder Spanisch verfügen. Wer sich mit einem Alleinstudium schwer tut, kann natürlich auch beispielsweise über Superprof Spanisch Nachhilfe nehmen. Aber auch die Volkshochschulen oder Muttersprachler bieten entsprechenden Unterricht und Kurse an. Mit guten Spanischkenntnissen lernt man nicht nur Brasilianisch leichter, auch in allen angrenzenden Ländern kann man sich damit perfekt verständigen.

Millionen von Menschen sind gefährdet

Allein in Manaus sind rund 15 Stadtteile und über 24.000 Familien von den Unwettern betroffen. Unzählige Bewohner waren bereits gezwungen, ihre Häuser zu verlassen. In den stark betroffenen Regionen hat man zum Schutz bereits Holzbrücken auf einer Länge von über 9.000 Metern gebaut. Diese Marombas sollen dafür sorgen, dass die Menschen trocken und sicher an ihr Ziel gelangen. Auch am Hafen und in der historischen Altstadt von Manaus hinterlässt das Hochwasser seine Spuren. So wurde der wichtigste Markt bereits überschwemmt, und in viele der kleinen Läden drang das Hochwasser nahezu ungehindert ein. Einige Verkäufer auf dem Markt mussten mit Booten in Sicherheit gebracht werden, manche Anwohner konnten dabei zusehen, wie Fische in ihre Wohnungen gespült wurden.

Aktuell ist fast der gesamte Staat Amazonas von der Überschwemmung betroffen. Er ist mehr als viermal so groß wie Deutschland. Schäden werden schon jetzt aus 60 Gemeinden gemeldet, über 450.000 Menschen sind durch das Hochwasser unmittelbar bedroht. In der Folge führt auch der Amazonas auf seinem Lauf durch die größeren Städte des Landes Hochwasser in bedrohlicher Höhe.

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