Straßenkämpfe in Venezuela: „Demonstration des Scheiterns eines sozialen und produktiven Modells“

chaos

Seit Mittwoch (7.) kommt es in der venezolanischen Hauptstadt Caracas zu Zusammenstößen zwischen der venezolanischen und Bandenmitgliedern (Foto: RCamachoVzla)
Datum: 10. Juli 2021
Uhrzeit: 11:19 Uhr
Leserecho: 6 Kommentare
Autor: Redaktion
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Seit Mittwoch (7.) kommt es in der venezolanischen Hauptstadt Caracas zu Zusammenstößen zwischen der venezolanischen Polizei und Bandenmitgliedern. Die Gangs schießen mit großkalibrigen Waffen auf die Sicherheitsbeamten. Dabei sollen nach Berichten der Opposition mindestens zehn Menschen getötet und zahlreiche Passanten und Polizisten verletzt worden sein. Die Bischofskonferenz von Venezuela beklagte die Welle von ausartender Gewalt in Caracas: „Es ist eine Demonstration des Scheiterns eines sozialen und produktiven Modells“. Die Polizei setzte am Freitag (9.) den Kampf gegen die bewaffneten Banden in den Vierteln des westlichen Teils von Caracas fort, nachdem sie fast verundzwanzig Stunden lang eine Operation zur Zerschlagung dieser Gruppen begonnen hatte. In der Erklärung der „Conferencia Episcopal de Venezuela“ wird hervorgehoben, dass „wir wieder unsere Stimme angesichts der Gewalt und angesichts des Todes erheben müssen. Es erschüttert uns erneut und es macht uns traurig zu erleben, wie Angst, Barbarei, Missbrauch, Hass die Straßen unseres Landes, unserer Städte, unserer beliebten Gegenden erobern. Und es stellt sich unweigerlich die Frage, warum passiert uns das? Warum wird in unserem Land so viel falsch gemacht? Die Antwort gibt Papst Franziskus: In dieser Lebensverachtung lässt sich alles Böse auf der Welt zusammenfassen“, heißt es in dem Brief.

In diesem Sinne behauptete die Führung der venezolanischen Kirche, dass „diese Episode, die in Cota 905 entfesselt wurde, schockierend enthüllt was wir alle wussten, aber nicht sehen wollten“. Die Vorkommnisse sind demnach „das Ergebnis von zwei Jahrzehnten, in denen Gewalt als politische Waffe von links und rechts – mit Wort und Tat – als Drohung und als vollendete Tatsache genutzt wird. „Die Machthaber haben kein anderes Mittel, ihre überholte Ideologie durchzusetzen, als die von Gewalt und man muss nicht lange warten, um eine ebenso gewaltsame Reaktion zu beobachten“.

In der Zwischenzeit fügte die Bischofskonferenz hinzu: „ Dieser Ausbruch ist auch der offensichtlichste Beweis für das Versagen eines sozialen und produktiven Modells. Wenn das Regime alles in seiner Macht Stehende getan hat um es den Bürgern unmöglich zu machen, ihren Lebensunterhalt in würdiger und ausreichender Weise zu verdienen, ist es nicht verwunderlich, dass es diejenigen gibt, die versuchen ihren Lebensunterhalt mit kriminellen Mitteln zu verdienen“.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    Peter Hager

    Der dreiste Kommunist aus Argentinien ist der Allerletzte, dem es zusteht, Lebensverachtung und das Böse auf der Welt bei anderen anzuprangern. Dies sind schließlich die Dinge, für die seine Institution seit über Tausend Jahren berüchtigt ist. Und er selber ist alles andere als ein Lamm unter Wölfen.

    • 1.1
      Karl-Heinz

      Don’t feed the trolls!

      • 1.1.1
        C.H.Sievers

        Sie liegen exakt richtig!!!

    • 1.2
      C.H. Sievers

      Es ist exakt das, was im LP- Artikel ansatzweise zum Ausdruck kommt, nämlich das völlige Scheitern des „sozialen und produktiven Modells“.
      Es hat rein gar nichts mit „Kommunismus“ Sozialismus“ oder gar „Kapitalismus“ zu tun, sondern ausschließlich mit den hochgradig kriminellen Machenschaften der derzeitigen Protagonisten im Miraflores.
      Nicht das es früher etwa besser war, die zu beklagenden „Zustände“ sind systemimmanent, d.h. leider tief in der venezolanischen Gesellschaft verwurzelt, kenne ich schon seit den 1960- Jahren.
      Lediglich die derzeit absolut Hochkriminellen im Miraflores, nebst deren Helfershelfer haben die schlimmsten Abgründe der Gesellschaft nach Oben gespült und sich deren Macht nach Gutdünken zu Nutze gemacht, statt diesen Abgründen endlich etwas Wirksames entgegen zu setzen. Was bedeutet, die unfassbare Ungleichheit und die damit einhergehend unfassbare Korruption, Bereicherung und dem Diebstahl, von Oben nach Unten ein Ende zu setzen, bedeutet den Umbau der Gesellschaft in ein marktwirtschaftlich- soziales System, ähnlich dem Deutschen, welches in vielerlei Hinsicht -bezogen auf Venezuela- ebenfalls noch verbesserungswürdig wäre.
      Es wäre seit mind. 40 Jahren machbar, niemand hatte und hat bisher ein Interesse daran.

  2. 2
    Mark

    Ballerei in Caracas ist doch nix Neues.

  3. 3
    Gurney

    Die Meinung über die katholische Kirche mag berechtigt sein. Das ändert aber nichts am Wahrheitsgehalt der Aussagen über die Situation in Venezuela und deren Ursachen.
    Millionen Flüchtlinge bestätigen dies, auch ohne Worte.

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