Die aktuelle Situation der Online Gaming Industrie in Südamerika

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Brasilien hat über die letzten Jahre hinweg das Glücksspiel weitgehend verboten (Foto: Wirestock/Freepik.com)
Datum: 13. August 2021
Uhrzeit: 14:37 Uhr
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Autor: Redaktion
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In Südamerika kommen neue Technik-Trends erfahrungsgemäß etwas später an, denn die Infrastruktur der einzelnen Länder bietet nicht dieselbe Qualität wie in Europa, Asien oder Nordamerika. Diese Lage verbessert sich aber zusehends und durch die Corona-Pandemie hat der Kontinent noch einmal einen Technik-Schub bekommen. Online Gaming ist auch in der südlichen Hemisphäre auf dem Vormarsch.

Welche Einflüsse sind für Online Gaming in Südamerika relevant?

Der größte Antriebsfaktor in den letzten 18 Monaten war mit Sicherheit die Corona-Pandemie, die den ganzen Planeten zu neuen Technikleistungen anspornt. In Südamerika hat Covid-19 schwer zugeschlagen und die einzelnen Länder taten sich mit Öffnungen lange Zeit schwer. Das wiederum hat dem Online Gaming einen Dienst erwiesen, der zu einer echten Alternative heranwuchs.

Die Internetgeschwindigkeit ist ebenfalls ein bestimmender Faktor. Sie verbessert sich in Südamerika zusehends, auch außerhalb der Metropolen. Dazu kommt eine immer größer werdende Verfügbarkeit von Technologie, die auch den lebenslustigen Kontinent immer mehr in die Digitalität hinzieht. Das bringt auch eine immer größer werdende Vielzahl von Spielen, die einen stets größer werdenden Reiz auf die Spieler ausüben.

Die meisten international operierenden Casino-Websites wie King Billy Casino haben Spanisch und/oder Portugiesisch mit in ihr Sprachenportfolio aufgenommen. Das ist in Südamerika sehr wichtig, da immer noch die englische Sprache nicht grenzenlos verbreitet ist und eine gewisse Zurückhaltung besteht, wenn englischsprachige Websites angesteuert werden müssen. Gerade in Brasilien gibt noch dazu günstige Preise für Gaming Accessoires, da diese eine geringere Besteuerung erhalten. Das macht das Gaming dann noch einmal ein Stück attraktiver.

Ein Überblick über die Glücksspielregularien und Umsätze aus den einzelnen lateinamerikanischen Ländern

In Argentinien gibt es in den Regularien große Unterschiede, da hier von Provinz zu Provinz ein individueller Umgang gepflegt wird. Landbasiert darf nur mit lokalen Spielern gearbeitet werden, während virtuell das Online Gaming erlaubt ist, wenn dies die jeweilige Provinz so vorsieht. Argentinien gehört zu den schlafenden Riesen in Südamerika mit dem zweitgrößten Wirtschaftsmarkt des Kontinents. Es ist zu erwarten, dass die Online Gaming Industrie hier in den nächsten Jahren groß einsteigen wird.

Brasilien dagegen hat über die letzten Jahre hinweg das Glücksspiel weitgehend verboten, jedoch für das 2021 ist eine Reform und Regulierung des Markts angedacht. Wenn sich diese Reform umsetzen lässt, wird das bevölkerungsreichste Land des Kontinents mit einem Schlag zu einer iGaming Großmacht. Es wird mit einem rasanten Anstieg der Umsätze und Gewinne gerechnet, sobald alle Regulierungen durch die Parlamente sind und umgesetzt werden können. In Brasilien liegt eine große Zukunft für die Online Gaming Industrie.

In Peru verbleiben viele iGaming Märkte noch ohne weitere Regulierung. Online Gaming ist bereits reguliert und dadurch in Peru legal. Peru ist schlecht mit Mobilgeräten ausgerüstet, denn nur 42% aller Peruaner besitzen ein Smartphone. Mobiles Gaming ist daher momentan noch kein Thema. Dennoch ist ein Wachstum beim Online Gaming erkennbar und sollte mit zunehmender Netzabdeckung auch in den kommenden Jahren Potential bieten.

Chile

Chile hat zwar eine regulierte landbasierte Casinowelt, verbietet aber bisher Online Casinos ihren Betrieb. Auch die legalen landbasierten Casinos dürfen ihre Dienste nicht online anbieten. Auch hier soll ein neuer Gesetzesentwurf noch 2021 in das Parlament kommen, der hier neue Wege beschreitet und auch Chile mit Online Casinos kompatibel machen soll. Es muss aber einen Kompromiss mit den landbasierten Casinos geben, sonst gerät der Prozess wieder ins Stocken.

Uruguay

In Uruguay ist Glücksspiel weitestgehend erlaubt, auch wenn ein landesweites Gesetz zur Regulierung fehlt. Die meisten landbasierten Casinos stehen unter der Kontrolle der Regierung, aber immer mehr private Anbieter drängen auf den Markt. Online Gaming ist derzeit noch verboten und es ist noch nicht absehbar, dass dieses Verbot gelüftet werden kann. Lediglich staatliche Lotterie und Sportwetten sind aktuell möglich.

Paraguay

Paraguay gehört zu den offensten Ländern Südamerikas, wenn es um Online Gaming geht. Nahezu alle Varianten des Glücksspiels sind in Paraguay erlaubt, es wird von der gesetzlichen Seite lediglich darüber nachgedacht noch 2021 neue Steuern für die Glücksspielindustrie einzuführen, die dann die bisherigen Einnahmen noch einmal erhöhen sollen.

Kolumbien

Kolumbien gehört zu den größten potentiellen Märkten in Südamerika und hat durch die nationale Leidenschaft zum Fußball und zu Sportwetten einen besonderen Hang. Seit 2016 ist in Kolumbien bereits Online Gaming erlaubt und es wird erwartet, dass Einnahmen erstmals die 200 Millionen Dollar Grenze überschreiten können. Die Glücksspielindustrie ist bereits ein nicht mehr wegzudenkender Wirtschaftszweig in Kolumbien.

Costa Rica

Costa Rica ist sehr attraktiv für iGaming Unternehmen, da es im Land keine gesetzlichen festgelegten Steuern für die Industrie gibt. Es ist also sehr lukrativ von Costa Rica aus zu operieren. Obwohl jede Art des Glücksspiels bis 1974 verboten war, hat sich Costa Rica nun aufgeschwungen und baut seinen Wirtschaftszweig aus. Aktuell werden Online Casinos als Call Center klassifiziert und sind damit auch im legalen Bereich.

Dominikanische Republik

Die Dominikanische Republik erlaubt jede Form des Online Gamings und hat auch ein vollständig ausgearbeitetes Lizenzierungsverfahren. Mit 230000€ Lizenzgebühren ist ein Casinoanbieter mit dabei und muss dann mit etwa 10% Steuern auskommen können. Auch an den Gewinnen der Spieler verdient der dominikanische Staat noch einmal mit.

Ecuador

In Ecuador ist seit 2012 jede Form des Glücksspiels verboten. Dadurch reisen die Bürger Ecuadors in die benachbarten Länder und lassen dort dann etwa 45 Millionen Dollar jährlich in den Spielcasinos. Es ist nicht absehbar, dass in den kommenden Jahren ein Umdenken stattfinden wird.

Panama

In Panama ist jegliche Form des Glücksspiels erlaubt und reguliert. Nur einzelne Veranstaltungen sind von dieser Generalerlaubnis ausgenommen, dazu gehören politische Wahlen und Pferderennen. Die Lizenz ist für 49900 Dollar zu bekommen und die Steuern belaufen sich auf 10%.

Mexiko

Mexiko schließlich gehört wiederum zu den stärksten Wirtschaften des lateinamerikanischen Kontinents. Wie in Kolumbien sind Sportwetten auf Fußball besonders beliebt, jedoch auch andere Formen des Glücksspiels sind reguliert. Eine Lizenz muss für Online Anbieter nicht erworben werden, es genügt, wenn eine Zusammenarbeit mit einem landbasierten Casino nachgewiesen werden kann, um die Erlaubnis zum Betrieb eines Online Casinos zu bekommen.

Fazit

In Südamerika sind die Glücksspielregelungen sehr unterschiedlich in den einzelnen Ländern entwickelt. Allerdings zeigen besonders die großen Länder mit starken Wirtschaftszweigen ein Interesse ihr Feld weiter auszudehnen. Komplette Verbote wie in Ekuador werden früher oder später fallen, da diese Länder durch das Abwandern der Spieler zu viel Geld verlieren. In Südamerika ist noch ein gehöriges Wachstumspotential vorhanden, das sicherlich in den nächsten Jahren angegangen wird.

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