Genehmigte Offshore-Windkomplex-Projekte in Brasilien

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Bis jetzt, im Jahr 2021, analysiert "Ibama" dreiundzwanzig Umweltgenehmigungsverfahren dieser Art, mit einem Vorschlag für die Installation von 3.486 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 46.631 MW (Foto: Ibama/Kim Hansen (CC BY-SA 2.0)
Datum: 22. August 2021
Uhrzeit: 09:52 Uhr
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Das brasilianische Institut für Umwelt und erneuerbare natürliche Ressourcen „Instituto Brasileiro do Meio Ambiente e dos Recursos Naturais Renováveis“ (Ibama) hat eine Karte erstellt, auf der die Standorte von Offshore-Windkraftprojekten verzeichnet sind, die sich im Genehmigungsverfahren befinden. Damit kommt es einer alten Forderung von Investoren in diesem Sektor, Nichtregierungsorganisationen (NGOs), Universitäten und anderen Einrichtungen nach, die nach speziellen Informationen suchen. Die Dateien können im Format PDF abgerufen werden. Die sauberen Energien sind die Zukunft im Weltenergieszenario, weil sie eine Entwicklung ohne Kohlenstoffemissionen ermöglichen und folglich die Umwelt im Vergleich zu den historisch am meisten genutzten Energieträgern verbessern. Offshore-Windkraftanlagen sind weltweit auf dem Vormarsch und gehören zur wachsenden Palette der erneuerbaren Energieerzeugungstypen. Brasilien ist eines der jüngsten Zentren des Interesses für die Installation dieser Technologie. Im Hinblick auf die bevorstehende Erforschung der Windenergie in der Meeresumwelt (Offshore) und die damit einhergehende Eröffnung von Genehmigungsverfahren für diese Art von Anlagen schlug „Ibama“ vor, auf partizipative Weise einen umweltrechtlichen Rahmen für dieses Thema zu schaffen.

Um diese Agenda zu entwickeln, hat das Institut Informationen von Ländern eingeholt, die Meereswindanlagen in Betrieb haben. Diese internationalen Partner kennen bereits die Umweltauswirkungen, die mit dieser Art von Vorhaben verbunden sind, setzen Maßnahmen und Strategien zur Minimierung der Auswirkungen um und verfügen über einschlägige Überwachungsdaten; grundlegende Fachkenntnisse, auf die sich die brasilianischen Erfahrungen stützen können. Im Jahr 2019 wurde eine Partnerschaft zwischen der Europäischen Union und „Ibama“ im Rahmen des Programms für sektorale Dialoge zur Verbesserung nachhaltiger Energieprojekte, zur Erreichung der Ziele des Pariser Abkommens, zur Steigerung des Wissensflusses im Umweltbereich und zur Erweiterung des Investitionskanals im Bereich der erneuerbaren Energien unterzeichnet. Als Folge dieser Partnerschaft fand im Juli desselben Jahres der internationale Workshop zur Umweltverträglichkeitsprüfung bei Offshore-Windkraftanlagen statt, der den Wissensaustausch zwischen europäischen Experten (Deutschland, Belgien, Norwegen, Portugal und Großbritannien) und mehreren brasilianischen Institutionen wie der Nationalen Agentur für elektrische Energie (Aneel) und den Bundesuniversitäten von Rio Grande do Norte und Rio de Janeiro (UFRN und UFRJ) ermöglichte.

Ein weiteres Ergebnis dieser Zusammenarbeit war die Studie „Offshore Wind Power Complexes: Study on Impact Assessment“ (Offshore-Windkraftanlagen: Studie zur Folgenabschätzung), die von einem mit dem „UFRN“ verbundenen Experten erstellt wurde und in der die aktuellen Modelle der Planung und Umweltgenehmigung in sechs europäischen Ländern vorgestellt werden: Deutschland, Belgien, Dänemark, Spanien, Frankreich und Portugal. Ausgehend von der Identifizierung der potenziellen Auswirkungen der Typologie wurde der Schwerpunkt der Umweltdiagnose auf die Gruppen mit größerer Wahrscheinlichkeit einer Beeinträchtigung, wie Schildkröten, Vögel, Meeressäuger und Riffumgebungen, sowie auf Aspekte im Zusammenhang mit der handwerklichen Fischerei, der Schifffahrt und dem Tourismus unter Berücksichtigung der Entfernung von der Küste und der technischen Standortalternativen ausgerichtet.

„Ibama“ ist der Ansicht, dass der Austausch von Erfahrungen, technischem Wissen und bewährten Praktiken, die im Rahmen dieser Agenda entwickelt wurden, zu sicheren und transparenten Umweltregelungsmodellen motivieren kann. Als Ergebnis dieser Bemühungen wurden im November 2020 die Standard-Auftragsbedingungen für Umweltverträglichkeitsstudien und Umweltverträglichkeitsberichte (UVP/Rima) für Offshore-Windkraftkomplexe eingeführt. Die Standardisierung bringt Schnelligkeit und Qualität in die Umweltanalyse und verringert den Ermessensspielraum und die Rechtsunsicherheit, wodurch der Umweltschutz gewährleistet und Investoren angezogen werden. Mit der Veröffentlichung wurde die Eröffnung neuer Umweltgenehmigungsverfahren für Projekte dieser Art intensiviert, was ein Zeichen dafür ist, dass der vom Institut eingeschlagene Weg der richtige war. Bis jetzt, im Jahr 2021, analysiert „Ibama“ dreiundzwanzig Umweltgenehmigungsverfahren dieser Art, mit einem Vorschlag für die Installation von 3.486 Windturbinen mit einer Gesamtleistung von 46.631 MW. Ausgehend von den Merkmalen des größten Landes in Südamerika wird davon ausgegangen, dass 700 GW Energie erzeugt werden können, wenn das gesamte Windpotenzial erschlossen wird, was zehnmal mehr ist als die von allen heute in Brasilien installierten Energieerzeugungsanlagen erzeugte Energie.

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