Fast dreißig Prozent der brasilianischen Goldexporte sind illegal

gold

In den Jahren 2019 und 2020 kauften Kanada, die Schweiz und Großbritannien insgesamt zweiundsiebzig Prozent der brasilianischen Goldexporte (Foto: Archiv)
Datum: 31. August 2021
Uhrzeit: 11:25 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Sprachkurs Portugiesisch (Brasilianisch)

Rund achtundzwanzig Prozent der brasilianischen Goldexporte in den Jahren 2019 und 2020 stammten wahrscheinlich aus illegalen Minen. Dies geht aus einem Bericht der Staatsanwaltschaft und der Bundesuniversität von Minas Gerais hervor, der auf die weit verbreitete Fälschung von Dokumenten und das Fehlen einer wirksamen Strafverfolgung hinweist. Der Bericht der Bundesstaatsanwälte und der Bundesuniversität von Minas Gerais fand Hinweise auf Illegalität im Zusammenhang mit 48,9 Tonnen Gold in dem Zweijahreszeitraum. Wilde Schürfer (Garimpeiros) bauen in Brasilien oft Gold in Gebieten ab, in denen kein Bergbau erlaubt ist, z. B. in Naturschutzgebieten oder auf indigenem Land. Dieser Abbau, der ohne Rücksicht auf Umweltvorschriften erfolgt, treibt die Abholzung des Amazonas-Regenwaldes voran und vergiftet nachweislich Flüsse mit Quecksilber.

Der Bericht berücksichtigte nur Gold, das bei der Bundesregierung registriert wurde, um Steuern auf das Edelmetall zu zahlen und verglich diese Daten mit Satellitenbildern über die gemeldeten Standorte der Minen. „Es wurde versucht, dieses Gold zu waschen und seine wahre Herkunft zu verschleiern. Ein Vergleich mit Bildern zeigt jedoch, dass dieses Gold auf keinen Fall aus dem angegebenen Gebiet stammt“, so Raoni Rajao, Professorin für Umweltmanagement an der Bundesuniversität von Minas Gerais und Autorin des Berichts. Bei 6,3 Tonnen Gold zeigten die Satellitenbilder in dem Gebiet, das den Behörden als Ursprung des Goldes gemeldet wurde, keine Anzeichen für den Abbau. Der Rest stammt den Berichten zufolge aus Gebieten, die an Schutzgebiete grenzen und in die Bergleute eingedrungen sind.

Regierungsdaten zeigen, dass im Jahr 2020 einhundertelf Tonnen Gold exportiert wurden, mehr als die eigentliche Gesamtproduktion von zweiundneunzig Tonnen. Dies deutet ebenfalls darauf, dass ein Teil aus illegalen Quellen stammen könnte. In den Jahren 2019 und 2020 kauften Kanada, die Schweiz und Großbritannien insgesamt zweiundsiebzig Prozent der brasilianischen Goldexporte.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2021 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!