Ecuador erleidet einen massiven Migrationsexodus

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Offiziellen Berichten zufolge sind in den letzten Monaten etwa sieben von zehn Reisenden aus Ecuador über Mexiko in die Vereinigten Staaten eingereist (Foto: Alex Proimos)
Datum: 09. September 2021
Uhrzeit: 09:54 Uhr
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Autor: Redaktion
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Seit 1998 hat Ecuador keine so große Migrationswelle mehr erlebt wie die der letzten zwei Jahre. Derzeit ist das wichtigste Ziel Mexiko, wobei die meisten Flüge von Quito aus starten. Dies wurde durch die Aufhebung der Visumspflicht für Ecuadorianer begünstigt, die die Regierung von Enrique Peña Nieto im November 2018 aufhob und von der Regierung von Andrés Manuel López Obrador jedoch kürzlich wieder eingeführt wurde. Die Maßnahme sieht vor, dass Personen, die Mexiko als Reiseziel wählen, eine vorherige Genehmigung der Einwanderungsbehörden einholen müssen, um auf aztekisches Gebiet zu gelangen. Seit dem Widerruf hat sich die Notlage der gefährdeten Migranten dramatisch verschärft, was sich in einem unkontrollierbaren Anstieg in diesem Jahr widerspiegelt. Etwa dreiunddreißig Prozent der Ecuadorianer, die nach Mexiko fliegen, kehren nicht zurück. Die absolute Zahl dieser Statistik entspricht 54.000 Menschen, die Ecuador innerhalb von acht Monaten verlassen haben und anderswo als illegale Einwanderer geblieben sind oder versucht haben zu bleiben. Mexiko ist für diese Besucher ein Transitland, bevor sie versuchen die Grenze in Richtung Vereinigte Staaten zu überwinden.

Offiziellen Berichten zufolge sind in den letzten Monaten etwa sieben von zehn Reisenden aus Ecuador über Mexiko in die Vereinigten Staaten eingereist. Seit Mexiko Ecuadorianer von der Visumpflicht befreit hat, ist die Zahl der Besucher aus Ecuador stetig gestiegen – auch im Jahr 2020, als die COVID-19-Pandemie ihren Höhepunkt erreichte. Seit dieser Befreiung von der Visumpflicht haben 2018 mehr als 51.000 Ecuadorianer die Grenze überquert, insgesamt sind es bis heute mehr als 261.000. Nach Angaben des ecuadorianischen Innenministeriums reisten in diesem Jahr rund 89.000 Menschen nach Mexiko, von denen nur achtunddreißig Prozent zurückkehrten, was knapp über 34.000 Personen entspricht. 2019 war das erste volle Jahr der Ausnahmeregelung und die Zahl der Besucher in Mexiko stieg auf mehr als 119.000, was einem Anstieg von dreiunddreißig Prozent entspricht.

Auf dem „XXI. Nationalen Rundtisch“ zur menschlichen Mobilität erklärte Außenminister Mauricio Montalvo, dass die ungewöhnliche Migration nach Mexiko und in die Vereinigten Staaten viele Gründe habe. Armut, die wirtschaftlichen Auswirkungen der Arbeitslosigkeit und die aktuelle Gesundheitskrise sind einige der Ursachen. Nas Nachbarland von Kolumbien und Peru verzeichnet die schlimmsten Arbeitslosenzahlen der letzten zehn Jahre. Montalvo hat diesen Migrationsstrom auch als „Pull-Effekt“ bezeichnet, bei dem die ersten Generationen von Migranten, die in den Vereinigten Staaten ankommen und eine gewisse Form von Stabilität finden, schließlich versuchen auch ihre Verwandten umzusiedeln. Montalvo betonte, dass ein Großteil dieser Migration unter der Kontrolle von Menschenhändlerbanden stehe, mit denen die Migranten Kontakt aufnähmen, um in die Vereinigten Staaten zu gelangen. Der ecuadorianische Außenminister bekräftigte, dass die irreguläre Einwanderung eine subtile Realität ist, die das Leben und die Unversehrtheit der Menschen gefährdet und dass die Existenz dieser Form der grenzüberschreitenden organisierten Kriminalität unmenschlich und nicht zu rechtfertigen ist.

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