Boom der Kryptowährungen weckt den Appetit von Cyberkriminellen

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Mit einem Kurs von über 42.000 US-Dollar ist der Bitcoin wie auch andere Kryptowährungen zu einem attraktiven Anlageinstrument und sicheren Hafen geworden (Foto: Twitter)
Datum: 27. September 2021
Uhrzeit: 08:28 Uhr
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Autor: Redaktion
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Mit einem Kurs von über 42.000 US-Dollar ist der Bitcoin wie auch andere Kryptowährungen zu einem attraktiven Anlageinstrument und sicheren Hafen geworden. Nachdem El Salvador als erstes Land der Welt die Kryptowährung als offizielle Währung eingeführt hat, wollen auch andere Länder diese Maßnahme übernehmen. Laut einer Statista-Umfrage ist Argentinien mit einundzwanzig Prozent der Befragten, die Bitcoin in ihren Geldbörsen haben, führend in Lateinamerika. An zweiter Stelle steht Kolumbien mit einer Annahmequote von fünfzehn Prozent. In Chile liegt der Anteil bei vierzehn, in Peru und Brasilien bei jeweils dreizehn und in Mexiko bei neun Prozent. Doch hinter diesem Fieber für Kryptowährungen stecken Cyberkriminelle, die keine Zeit verlieren und bereits Wege gefunden haben, jede Schwachstelle auszunutzen und Online-Betrug zu begehen. Laut Analysen und Geheimdienstberichten über Kryptowährungsdiebstahl, -hacks und -betrug des Cybersecurity-Unternehmens „Kaspersky“ belaufen sich die Verluste weltweit auf über einhundert Milliarden US-Dollar, wobei traditionelle Bedrohungen wie Trojaner, Phishing und Spam die Mittel sind, mit denen Kryptowährungsdiebstahl begangen wird.

„Alle lateinamerikanischen Länder sind ein großer Markt für Kryptowährungen. Nicht nur, weil es sich um einen ständig wachsenden Markt handelt sondern auch, weil sie allmählich als wertvoller Zufluchtsort angesehen werden, als eine Möglichkeit, den ständigen politischen und wirtschaftlichen Instabilitäten in Lateinamerika zu entkommen, insbesondere denen, die durch die Pandemie entstanden sind. Man muss jedoch bedenken, dass dies zwar für die einen eine Investitionsmöglichkeit darstellt, für die anderen aber den Diebstahl von Kryptowährungen viel attraktiver macht“, erklärt Santiago Pontiroli, Sicherheitsanalyst bei „Kaspersky“. Einer der Gründe, warum es diesen Hackern gelungen ist, die Sicherheit der Blockchain-Technologie, die Innovationen wie Kryptowährungen vorangetrieben hat, zu durchbrechen, sind die fehlende Regulierung und die Schwachstellen in digitalen Geldbörsen. Für Pontiroli ist es die Anfälligkeit von Geldbörsen, die Cyberkriminelle am meisten anzieht.

„Kryptowährungen basieren auf Mathematik und in diesem Zusammenhang sind diese Transaktionen sicher. Aber Geldbörsen sind genauso angreifbar wie eine E-Mail, d. h. wenn jemand Zugang zu unserer Geldbörse erhält, sowohl offline als auch online, hat er Zugriff auf unsere Gelder und kann sie dorthin transferieren, wo er will. Und da es keine Zentralbank gibt, keine Stelle, die diese Transaktionen reguliert, können wir uns nicht beschweren und unser Geld nicht zurückbekommen. Keiner wird uns dabei helfen können“, warnt er. In diesem Sinne empfiehlt der Spezialist, dass die Geldbörsen sowohl auf den Börsen-Websites als auch in den E-Mail-Konten mit starken Passwörtern verbunden sind, einschließlich eines doppelten Authentifizierungsfaktors. „Es ist auch wichtig, eine Offline-Geldbörse und eine zuverlässige Sicherheitslösung in Betracht zu ziehen“, betont er.

Ein weiteres Kryptoasset, das an Zugkraft gewonnen hat und die gleiche Blockchain-Technologie wie Kryptowährungen nutzt, sind NFTs (Non-Fungible Tokens). „NFTs“ fungieren als nicht duplizierbares Eigentumszertifikat für jedes digitale Gut. Mit anderen Worten: Ein nicht fungibler Vermögenswert ist einzigartig, unersetzlich und kann nicht gegen einen anderen ausgetauscht werden. Deshalb zieht er das Interesse vieler Menschen auf sich, die bereit sind, Tausende von Dollar für Jack Dorseys ersten Tweet, ein GIF einer Katze oder digitale Karten mit einer Zeichnung des Youtubers Logan Paul als Pokémon-Figur zu bezahlen. Das NFT-Fieber hat sogar die spanische Fußballliga „La Liga Santander“ erreicht, die diese Woche eine Partnerschaft mit dem Blockchain-Unternehmen „Dapper Labs“ einging, um Sammlerstücke von Vereinen wie Real Madrid und FC Barcelona aus mehr als zehn Spielzeiten einzuführen. Mit dieser Partnerschaft wird „Dapper“ die exklusive NFT-Plattform für Videos aus der Liga sein und auf diese Weise werden viele Fans in der Lage sein, Momente wie ein Messi-Tor in seiner Glanzzeit in Barcelona zu besitzen.

Der Sport hat auch das Interesse von Investoren an Plattformen geweckt, die mit diesen digitalen Vermögenswerten handeln. Dies ist der Fall bei „Sorare“, einer auf Fußball fokussierten NFT-Handelsplattform, die in dieser Woche eine von „SoftBank“ geführte Serie-B-Finanzierung in Höhe von sechshundertachtzig Millionen US-Dollar bekannt gab. Und so wie sich der NFT-Markt aufheizt, so steigt auch die Stimmung der Cyberkriminellen. Für Santiago Pontoroli besteht aus Sicht der Cybersicherheit eine häufige Schwachstelle von Münzen oder Token darin, dass diese digitalen Vermögenswerte in einer Brieftasche oder Börse aufbewahrt werden müssen, die gehackt oder gestohlen werden kann, oder dass sogar unsere Anmeldedaten kompromittiert werden können. „Das Hauptrisiko besteht darin, wo wir unsere digitalen Vermögenswerte speichern und welche Börsen wir nutzen. In Anbetracht dieser Entwicklung haben wir begonnen Angriffe zu beobachten, die auf Benutzer abzielen, die Kryptowährungen und NFTs besitzen, indem Malware-Familien implementiert werden die versuchen, Anmeldedaten und Kryptowährungs-Wallets zu stehlen“, sagt Pontiroli.

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