Besprühung von Land verletzt die Rechte der Guaraní

guarani

Der Ausschuss betont, dass Paraguay "die Rechte einer indigenen Gemeinschaft auf ihr traditionelles Land und ihr Verständnis ihres Wohnsitzes verletzt hat, weil es versäumt wurde, die toxische Verseuchung ihres Landes durch den intensiven Einsatz von Pestiziden durch benachbarte landwirtschaftliche Unternehmen zu verhindern und zu kontrollieren (Foto: Latinapress)
Datum: 13. Oktober 2021
Uhrzeit: 15:03 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Der Menschenrechtsausschuss der Vereinten Nationen ist am Dienstag (12.) zu dem Schluss gekommen, dass das fortgesetzte Versprühen von Agrochemikalien auf Land in Paraguay das Recht der indigenen Völker auf Leben in ihrem Gebiet verletzt. Demnach hat die fortgesetzte Besprühung zu landwirtschaftlichen Zwecken in einem Gebiet im Osten Paraguays der Gesundheit und der Lebensweise des Guarani-Volkes schweren Schaden zugefügt und ihr Recht verletzt, auf ihrem traditionellen Land zu leben. Der Ausschuss betont, dass Paraguay „die Rechte einer indigenen Gemeinschaft auf ihr traditionelles Land und ihr Verständnis ihres Wohnsitzes verletzt hat, weil es versäumt wurde, die toxische Verseuchung ihres Landes durch den intensiven Einsatz von Pestiziden durch benachbarte landwirtschaftliche Unternehmen zu verhindern und zu kontrollieren“.

Es ist die erste Entscheidung des Ausschusses, die den Begriff „Wohnsitz“ weit auslegt und auch die Ernten, das Vieh und andere Lebensformen im Zusammenhang mit Jagen, Sammeln und Fischen als „Wohnsitz“ betrachtet. Die Entscheidung geht auf eine Beschwerde der indigenen Gemeinschaft Campo Agua’e des Volkes der Ava Guaraní zurück, die im Departement Canindeyú im Osten des Landes lebt. Diese Gemeinde ist von landwirtschaftlichen Betrieben umgeben, die gentechnisch verändertes Soja produzieren und ihre Kulturen seit mehr als zehn Jahren mit verbotenen Agrochemikalien besprühen, was zum Tod des Viehs der indigenen Bevölkerung geführt, ihre Ernten und Obstbäume beeinträchtigt und ihre Gesundheit geschädigt hat. Die Umweltschäden haben auch zum Verschwinden der natürlichen Ressourcen geführt, die für die Jagd, den Fischfang, das Sammeln im Wald oder sogar für traditionelle kulturelle Praktiken der Guaraní notwendig sind.

Der UN-Ausschuss bedauerte auch die Langsamkeit der paraguayischen Behörden bei der Bearbeitung der Beschwerden der indigenen Bevölkerung, die vor mehr als zwölf Jahren im Rahmen eines Strafverfahrens eingereicht wurden, ohne dass in dieser Zeit das Versprühen von giftigen Agrochemikalien eingestellt wurde. Das Gremium ist der Ansicht, dass Paraguay die Besprühungen nicht angemessen kontrolliert hat, ein Versäumnis, das „wesentliche Elemente des privaten, familiären und häuslichen Lebens der betroffenen indigenen Gemeinschaft zerstört hat“. Der Ausschuss empfiehlt dem paraguayischen Staat, die Opfer in vollem Umfang für die erlittenen Schäden zu entschädigen und alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um die Umweltzerstörung zu beheben und Maßnahmen zu ergreifen, um ähnliche Übertretungen in Zukunft zu verhindern.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2021 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Für diese News wurde noch kein Kommentar abgegeben!

Ich erkläre mich damit einverstanden, dass meine eingegebenen Daten und meine IP-Adresse nur zum Zweck der Spamvermeidung durch das Programm Akismet in den USA überprüft und gespeichert werden. Weitere Informationen zu Akismet und Widerrufsmöglichkeiten.