COP26 in Glasgow: Bolivien prangert „Kohlenstoffkolonialismus“ an

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Der Präsident von Bolivien, Luis Arce (Foto: ABI)
Datum: 01. November 2021
Uhrzeit: 19:49 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Der bolivianische Präsident Luis Arce hat am Montag (1.) auf der UN-Klimakonferenz 2021 (COP26) in Glagow angeprangert, dass die internationale Gemeinschaft versucht die Klimakrise auszunutzen, um einen neuen „Kohlenstoffkolonialismus“ in Verbindung mit einem „grünen Kapitalismus“ durchzusetzen. „Wir sind uns bewusst, dass die Industrieländer einen neuen Prozess der globalen Rekolonisierung vorantreiben, den wir als neuen Kohlenstoffkolonialismus bezeichnen könnten“, so das Staatsoberhaupt in seiner Rede. Er kritisierte das seiner Meinung nach „fehlende Engagement der Industrieländer bei der Bewältigung der Krise“ und warnte, dass die bisher ergriffenen Maßnahmen weit von dem entfernt seien, was vor sechs Jahren im Rahmen des Pariser Abkommens versprochen wurde.

„Die Lösung der Klimakrise wird nicht mit mehr grünem Kapitalismus und mehr globalen Kohlenstoffmärkten erreicht werden; die Lösung liegt in der Änderung des Zivilisationsmodells und der Hinwendung zu einem alternativen Kapitalismusmodell (…), das im Einklang mit Mutter Erde steht“, bekräftigte Arce. In diesem Sinne betonte er, dass die Industrieländer „versuchen, ihre eigenen Regeln im Rahmen der Klimaverhandlungen durchzusetzen, um dieses System weiter zu füttern“ und versicherte, dass die Auferlegung dieses Geschäftsmodells den Entwicklungsländern angesichts einer Klimakrise, die zum „größten Problem der Menschheit“ wird, „keine andere Wahl lässt“.

„Das globale kapitalistische System, das auf unbegrenztem Konsum und irrationaler Ausbeutung der Natur und des atmosphärischen Raums beruht, kann die Klimakrise nicht lösen, wenn es nicht zu einem starken Ruderwechsel in seinem sozialen System kommt“, bekräftigte er, bevor er gegen die „Heuchelei der ersten Welt“ wetterte. Wenn die Industrieländer den Kampf gegen den Klimawandel wirklich anführen wollen, müssen sie sich für eine gerechte Aufteilung des atmosphärischen Raums mit gemeinsamer, aber differenzierter Verantwortung einsetzen“, betonte der Präsident.

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