Brasilien: Rekordüberweisungen aus dem Ausland

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Nach Angaben der brasilianischen Zentralbank "Banco Central do Brasil" beliefen sich die persönlichen Überweisungen aus anderen Ländern nach Brasilien von Januar bis September dieses Jahres bereits auf 2,84 Milliarden US-Dollar (Foto: Archiv)
Datum: 29. November 2021
Uhrzeit: 14:31 Uhr
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Autor: Redaktion
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Nach Angaben der brasilianischen Zentralbank „Banco Central do Brasil“ beliefen sich die persönlichen Überweisungen aus anderen Ländern nach Brasilien von Januar bis September dieses Jahres bereits auf 2,84 Milliarden US-Dollar, was den höchsten Wert in der 1995 begonnenen historischen Aufzeichnung ist und einen Anstieg von achtzehn Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahr 2020 bedeutet. Im gesamten letzten Jahr erhielt Brasilien 3,31 Milliarden US-Dollar an Rücküberweisungen aus dem Ausland, ein Rekord für den Indikator bis dahin, der 2021 übertroffen werden dürfte. Als Rücküberweisungen (Remissen oder Heimatüberweisungen) werden Auslandsüberweisungen von Migranten in ihre Herkunftsländer bezeichnet. Oft leben mehrere Familienmitglieder von den Geldüberweisungen eines Verwandten aus dem Ausland.

Dieser Rekord inmitten der Pandemie ist auf eine Kombination von Faktoren zurückzuführen. Die starke Abwertung des Real gegenüber Währungen wie dem US-Dollar, dem Euro und dem Pfund, die schnellere Erholung der Wirtschaft in den Industrieländern als in Brasilien, die hohe Arbeitslosigkeit in Brasilien und die neue Auswanderungswelle von Brasilianern, insbesondere in die USA, gehören zu den angeführten Ursachen. Die USA waren auch für das größte Wachstum des Überweisungsvolumens verantwortlich, das sich zwischen Januar und September auf 1,47 Milliarden US-Dollar belief und damit um dreiunddreißig Prozent gegenüber dem Vorjahr stieg. Nach Angaben des Außenministeriums übersteigt die brasilianische Gemeinschaft im Ausland im Jahr 2020 die Zahl von 4,2 Millionen, was einem Wachstum von siebzehn Prozent gegenüber der letzten Erhebung von 2018 entspricht. Von dieser Gesamtzahl lebten zweiundvierzig Prozent oder 1,78 Millionen in den USA, gefolgt von Portugal (276.000), Paraguay (240.000), dem Vereinigten Königreich (220.000) und Japan (211.000). Laut der Steuerbehörde „Receita Federal do Brasil“ gaben von Januar bis November dieses Jahres 15.500 Brasilianer ihre endgültige Ausreiseerklärungen bei den Behörden ab. Im gesamten Jahr 2020 waren es 20.900, sogar mitten in der Pandemie. Zwischen 2017 und 2019 wurden jedes Jahr mehr als 23.000 Erklärungen abgegeben, fast doppelt so viele wie der Jahresdurchschnitt von 12.800 in den sechs Jahren zuvor.

Für Leonardo Cavalcanti, Professor an der Universität Brasília (UnB) und Koordinator der Internationalen Beobachtungsstelle für Migration (OBmigra), ist die Abwertung der brasilianischen Währung der Hauptgrund für die Rekordüberweisungen aus dem Ausland in den Jahren 2020 und 2021. Seit Ende 2019 ist der Dollar von 4,019 Reais auf 5,609 Reais gestiegen, was einem Anstieg von vierzig Prozent gegenüber dem Real entspricht. Der US-Dollar gewinnt auch angesichts der Befürchtungen des Marktes hinsichtlich der neuen Variante des Coronavirus „Omicron“ weiter an Stärke. „Wenn man in US-Dollar verdient und das in Real umrechnet, ist der Gewinn fast doppelt so hoch wie vor Jahren, als die US-Währung nicht über 3 Reais lag“, analysiert Cavalcanti. „Viele Einwanderer, die zurückkehren wollen, nutzen die Gelegenheit um hier in Brasilien in Immobilien zu investieren, da dies ein Symbol für den Erfolg des Einwanderers ist“, fügt er hinzu.

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