Fünf Menschen an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay hingerichtet

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Das Wochenende in der von Kriminellen dominierten Region war das blutigste seit Juli (Foto: Defesanet)
Datum: 21. Dezember 2021
Uhrzeit: 14:48 Uhr
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Autor: Redaktion
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Innerhalb von acht Stunden sind am Sonntag (19.) in Ponta Porã (Mato Grosso do Sul) an der Grenze zwischen Brasilien und Paraguay fünf Menschen erschossen worden. Die Region wird von kriminellen Gruppierungen wie dem Ersten Kommando der Hauptstadt „Primeiro Comando da Capital“ (PCC) beherrscht, die sich um die Routen des Drogen- und Waffenhandels von Paraguay nach Brasilien streiten. Es war das blutigste Wochenende in der Region seit dem 9. Juli. Bei einem der Angriffe wurden drei Männer überrascht, als sie sich vor einem Lebensmittelgeschäft in Jardim Primavera am Stadtrand von Ponta Porã aufhielten. Zwei Insassen eines Motorrads stiegen ab und entluden ihre Pistolen. Die drei Männer wurden von mehreren Schüssen getroffen, einer überlebte den Anschlag.

Bei einem anderen Verbrechen wurde Ederson Benites Cano (28) getötet, als er zu seinem Haus in Vila Ferroviária kam. Nach Angaben der Ehefrau des Opfers, die Zeuge der Hinrichtung war, näherte sich ein Mann und gab mehrere Schüsse ab. Ederson versuchte zu fliehen, aber der Verbrecher schoss weiter, bis er mitten auf der Straße tot zu Boden fiel. Der Verdächtige floh. Orlando Batista da Silva (53) wurde durch mehrere Schüsse in den Kopf getötet, als er im Garten seines Hauses in Vila Áurea in Ponta Porã den Rasen mähte. Laut Zeugenaussagen kam ein Mann auf einem Motorrad an, hielt auf der anderen Straßenseite an, näherte sich Silva mit einer Waffe in der Hand und schoss sechs Mal auf ihn. Der Täter stieg auf sein Motorrad und flüchtete.

Der fünfte Todesfall ereignete sich auf der paraguayischen Seite der Grenze. Das Auto, in dem ein paraguayisches Ehepaar saß, wurde mit Dutzenden von Schüssen getroffen. Der Mann, der als Mariano Ortega identifiziert wurde, starb während seiner Einlieferung in das Krankenhaus Pedro Juan Caballero. Seine Frau wurde in ein Krankenhaus in Bela Vista (Brasilien) verlegt und befand sich am Montagmorgen Ortszeit in einem stabilen Zustand. Die Behörden gehen nach ersten Ermittlungen davon aus, dass es sich um Racheaktionen einiger kriminellen Gruppen handelt. Es besteht jedoch kein Zweifel daran, dass die Verbrechen mit dem Drogenhandel und anderen Straftaten in Verbindung stehen.

Die Stadt Ponta Porã mit 95.000 Einwohnern verzeichnete von Januar bis zum 30. November dieses Jahres 40 Tötungsdelikte, was einem Anstieg von 5,3 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht. Für dieses Jahr wird eine Rate von 46,1 Tötungsdelikten pro 100.000 Einwohner prognostiziert, dreimal höher als die landesweite Rate von 14,7 Todesfällen pro 100.000. In der Region herrscht seit 2016 praktisch Krieg, als die PCC begann, sich mit anderen Gruppierungen, wie dem „Comando Vermelho“ (CV), um die Routen für den Transport von Marihuana und Kokain nach Brasilien zu streiten. In den letzten Monaten haben Todesschwadronen, die sich selbst als „Grenzwächter“ bezeichnen, auch damit begonnen, Verdächtige hinzurichten, die an Diebstählen und Raubüberfällen in der Region beteiligt waren.

Am 9. Juli dieses Jahres gab es ebenso viele Opfer: Vier Menschen, darunter zwei brasilianische Medizinstudenten, wurden durch Dutzende von Schüssen hingerichtet, als sie einen Nachtclub in Pedro Juan Caballero, einer Nachbarstadt von Ponta Porã, verließen. Bei einem fünften Anschlag wurde ein Ratsmitglied der brasilianischen Stadt getötet.

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