Brücken der Liebe: Lawine von Spenden für Kuba

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Amerikanische und kubanische Organisationen in den Vereinigten Staaten haben am Samstag (15.) etwa sieben Tonnen Milchpulver nach Kuba geschickt (Foto: UNICEFCuba)
Datum: 17. Januar 2022
Uhrzeit: 12:54 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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Amerikanische und kubanische Organisationen in den Vereinigten Staaten haben am Samstag (15.) etwa sieben Tonnen Milchpulver nach Kuba geschickt. Die kommunistisch regierte Karibikinsel leidet unter einem schweren Mangel an Lebensmitteln und Medikamenten. Die Organisatoren von „Food for Cuba erklärten“, dass „eine Lawine von Spenden“ den Kauf des Produkts finanzierte, das für die Ernährung auf Kuba unerlässlich und nicht leicht erhältlich ist. Die 6,8 Tonnen Milchpulver kamen mit einem Charterflug aus Miami auf dem internationalen Flughafen von Havanna an. Die Lieferung ist Teil der Kampagne „Lebensmittel für Kuba“, die von den Organisationen „Puentes de Amor“, „People’s Forum“ und „Code Pink“ unterstützt wird.

„Milch ja, Blockade nein“, riefen einige Mitglieder dieser Gruppen, die gegen das Embargo sind, das Washington seit fast sechzig Jahren gegen Kuba verhängt hat, in der Flugzeughalle. „In dieser Lieferung sind viele Spenden von Kubano-Amerikanern enthalten, die eine Aufhebung der Sanktionen fordern“, erklärte Carlos Lazo, Leiter der Organisation „Puentes de Amor“ (Brücken der Liebe), gegenüber „AFP“. Die Hilfe wurde von Mitgliedern des Martin-Luther-King-Zentrums von Havanna empfangen, einer evangelischen religiösen Einrichtung auf dem Rollfeld des Flughafens, wo auch andere Aktivisten wie Medea Benjamin von „Code Pink“ anwesend waren.

Die Verschärfung des Embargos durch die Regierung des ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump, die sein Nachfolger Joe Biden beibehalten hat, sowie die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie haben die Lebensmittel- und Medikamentenknappheit auf der Insel, die ihre schwerste Wirtschaftskrise seit fast dreißig Jahren erlebt, noch verschärft. „Biden hat nichts getan, um die Bedingungen (des kubanischen Volkes) zu verbessern, deshalb bin ich sehr traurig, mit Milchpulver hierher zu kommen, denn es sollte nicht so sein“, erklärte Code Pink-Mitbegründerin Medea Benjamin.

Im November letzten Jahres schickten die Organisatoren bereits eine Lieferung von 8.165 Kilogramm Thunfischkonserven und Nudeln, die nach Angaben des kubanischen Regimes kostenlos an die Bevölkerung in den östlichen Provinzen verteilt wurden. Im Juli schickten andere Nichtregierungsorganisationen aus dem Norden Millionen von Spritzen – die Spenden aus dieser Kampagne erreichten 500.000 US-Dollar – um die Impfung gegen Covid-19 auf Kuba zu unterstützen. Nach offiziellen Angaben erhielt Kuba im vergangenen Jahr insgesamt einhundertfünfundreißig Spenden aus vierzig Ländern, vor allem medizinische Hilfsgüter und Ausrüstung für Impfungen und Pandemiebekämpfung.

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  1. 1
    C.H. Sievers

    Ich bin nun wahrhaftig kein Freund der sich längstens selbst überholten, selbstgefälligen und dringend modernisierungsfälligen Cubanischen Revolutions- Stalinisten- Betonschädel- Oligarchie und werde dies auch nie werden.
    Das Cubanische Volk schätze und deren überwiegend gemeinschaftlich- soziales Miteinander respektiere ich allerdings sehr.
    Dieses menschenverachtende und völkerrechtswidrige Embargo, welches seit über 50 Jahren nichts genutzt hat und die Verantwortlichen des Elends nicht ansatzweise trifft, die Zustände keineswegs geändert hat, muss weg.
    Y basta!
    Gut so, dass es wenigstens einige wenige Vernünftige gibt, welche die Insel mit Almosen versorgen, denn Babys, Kinder und Frauen für die Fehler eines Regimes zu bestrafen ist barbarisch.

  2. 2
    Auggie Wren

    Nunja, dem Regime im Auge einer Welle höchster Repression gegen Andersdenkende und Kritiker irgendwelche Zugeständnisse und Geschenke zu machen, ist schwer vermittelbar. Inwieweit nun die USA und deren Sanktionen am Devisenmangel der Kubaner schuld sein sollen, wird mir nicht klar.
    Milchpulver wurde schon seit langer Zeit zu großen Mengen aus aller Herren Länder importiert. Wozu braucht es da die USA?
    Damit mich niemand falsch versteht, ich bin auch dafür, Sanktionen zu liften, da wo sie die einfache Bevölkerung treffen. Aber so schwer, wie es das kubanische Regime Biden gemacht hat, eine neue Politik aufzulegen, das ist schon unfassbare Beklopptheit.
    Im Übrigen sind die USA gerade einer der größten Lebensmittlellieferanten für Kuba.

    • 2.1
      C.H. Sievers

      Die USA = „el enemigo imperialista“, dass war schon immer so, dass wird auch dem Dogma folgend immer so bleiben. Eine einfache Schlagwortlösung f. ein komplexes Problem, oder nicht?
      Dazu sagt man auch „Totschlagargument“

      Kubanisches Regime = In einer völlig überholten Dauerschleife gefangene
      Betonschädel- Ideologen, sag ich doch!

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