Kuba: Gesundheitszustand von inhaftiertem Deutschen verschlechtert sich

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Der 59-Jährige war kurz vor Weihnachten wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ und „Anstiftung zum Aufruhr“ zu 25 Jahren Haft verurteilt worden (Foto: IGFM)
Datum: 04. Februar 2022
Uhrzeit: 11:42 Uhr
Leserecho: 4 Kommentare
Autor: Redaktion
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Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet, verschlechtert sich der Gesundheitszustand des in Kuba inhaftierten deutschen Staatsbürgers Luis Frómeta Compte zunehmend. Der Familienvater aus Dresden ist vor ein paar Tagen in Ohnmacht gefallen, hat zittrige Hände und viel zu hohen Blutdruck. Der 59-Jährige war kurz vor Weihnachten wegen „Erregung öffentlichen Ärgernisses“ und „Anstiftung zum Aufruhr“ zu 25 Jahren Haft verurteilt worden. Als einer von rund zweitausend Demonstranten wurde er am 11. Juli bei den Protesten gegen die Diktatur festgenommen, als er diese spontan für private Zwecke mit seinem Smartphone gefilmt hatte.

Die IGFM, die mit einer Sektion auf Kuba vertreten ist, sorgt sich um den gesundheitlich angeschlagenen Deutsch-Kubaner und fordert dessen sofortige Freilassung. „Die Gesundheitsversorgung in den kubanischen Haftanstalten ist sehr schlecht. Viele politische Gefangene haben gesundheitliche Probleme, die teilweise lebensbedrohlich sind, wenn sie nicht richtig behandelt werden. Daher alarmiert uns die Nachricht über die Ohnmacht und den Bluthochdruck von Luis Frómeta Compte sehr“, erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM. Auch seine in Deutschland lebenden Töchter machen sich große Sorgen um ihren Vater: „Unser Papa hatte nie Probleme mit seinem Blutdruck, nur mit der Schilddrüse. Über die medizinische Versorgung ist uns nichts bekannt. Wir schicken ihm immer Medikamente, denn in Kuba mangelt es selbst an einfachsten Medikamenten“, so Janie Frómeta.

Deutsche Botschaft drängt weiter auf Zugang zum Dresdner Familienvater

Luis Frómeta Compte hat sowohl die deutsche als auch die kubanische Staatsangehörigkeit, sein Lebensmittelpunkt liegt seit 1985 in Deutschland. Trotzdem verweigert das kubanische Regime bis heute die konsularische Betreuung durch die deutsche Botschaft in Havanna. Der sächsische Bundestagsabgeordnete Lars Rohwer hat die politische Patenschaft für den Dresdner übernommen und Außenministerin Annalena Baerbock kürzlich in einem Brief gebeten, sich für die Freilassung des Deutschen einzusetzen. Das Auswärtige Amt wies in seiner Antwort darauf hin, dass Kuba den Standpunkt vertrete, die kubanische Staatsangehörigkeit von Luis Frómeta Compte habe gegenüber den dortigen Behörden Vorrang. Dies schränke die konsularischen Betreuungsmöglichkeiten für die Deutsche Botschaft in Havanna signifikant ein. Trotzdem drängen sie weiterhin auf Zugang zu Luis Frómeta Compte, um ihn angemessen betreuen zu können.

Die IGFM hat zusammen mit der Postkarten-App MyPostcard eine Postkartenaktion für Luis Frómeta Compte gestartet und ruft dazu auf, per Postkarte aufmunternde Zeilen an den Dresdner Familienvater ins Gefängnis nach Kuba zu senden. Wer sich beteiligen möchte, findet die Aktionspostkarte mit Luis´ Bild und den Worten „Free Luis“ hier oder in der App in der Rubrik Designs unter dem Stichwort „IGFM“. Ein Textvorschlag – der auf Wunsch abgeändert werden kann – sowie die Adresse des Gefängnisses sind automatisch hinterlegt. MyPostcard stellt für diese Aktion 100 Freecodes für Neukunden und Bestandskunden der App zur Verfügung. Der Freecode „FREELUIS“ wird dann automatisch an der Kasse eingelöst. Jede weitere Postkarte an ihn kostet dann nur 99 Cent.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    C.H. Sievers

    @Redaktion: ich finde es gut und richtig, dass Sie über diesen Fall weiter berichten, zudem die extrem drakonische, völlig überzogen- unmenschlich harte Strafe für ein vergleichsweise „harmloses“ aber offensichtlich provokantes Delikt, welche einer lebenslangen Haft gleichkommen, klar anprangern.

    Allerdings würde Sie die Qualität weitaus steigern, insbesondere auch den, mit Verlaub, polemischen Unterton in Ihrer Berichterstattung abwenden, wenn Sie schon in den Eingangszeilen deutlich darauf hinweisen, dass der (!) auch Deutsche Staatsbürger (!), eben auf Cuba als (!!!) cubanischer Staatsbürger (!!!), entspr. den international geltenden Gepflogenheiten gilt.
    Dies ist auch nicht der rein cubanischer Standpunkt, dieser Standpunkt gilt weltweit, im Fall von doppelten Staatsbürgerschaften.

    Wie ich hier ebenfalls schon einmal schrieb, Sie werden wenn Sie in Deutschland, mit einer Doppelstaatsbürgerschaft eingebürgert werden, durch die einbürgernde behördl. Stelle deutlich und schriftlich auf diese Tatsache hingewiesen, insbesondere auch darauf, dass die Deutschen Auslandsbotschaften in diesem Fällen, Sie im Land Ihrer ersten Staatsangehörigkeit nicht konsularisch vertreten können.
    Vielmehr noch, Sie müssen die Kenntnisnahme dieses Umstandes durch Unterschrift bestätigen.
    So leid mir das für den Delinquenten tut, aber Herr Luis Frómeta Compte hätte eben genau diese Ihm bekannten Tatsachen bedenken sollen, bevor er das „örtliche, offenbar nervöse und wenig souveräne Regime“ durch seine unbedachte Aktion unnötig provozierte.

    Dieser Hinweis ändert an meiner grundhaften Kritik an dem maßlos harten Urteil nichts.

    • 1.1
      Redaktion

      Es handelt sich um einen Artikel der IGFM…..

      • 1.1.1
        C.H.Sievers

        Danke f. den Hinweis, aber unter Autor stand: Redaktion!?
        Dann sollte die ehrenwerte IGFM einfach besser recherchieren………….
        MfG.

      • „Wie die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) berichtet“………….

        Der Artikel stammt von der IGFM und wurde von der Redaktion veröffentlicht.

        Trotzdem Danke für den Hinweis!

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