Nubank sieht Rezession in Brasilien als Chance

NUBANK

Datum: 04. Februar 2022
Uhrzeit: 13:13 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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„Nubank“ sieht die sich verlangsamende Wirtschaft Brasiliens als eine Chance. Das Unternehmen im Bereich Onlinebanking und Fintech könnte demnach trotz des risikoreicheren Umfelds Marktanteile gewinnen, glaubt der Gründer und Vorsitzende der digitalen Bank, David Velez. „Nubank“, mit achtundvierzig Millionen Kunden eine der größten digitalen Banken der Welt, erwartet, dass die Zahlungsausfälle in diesem Jahr zunehmen werden, da die Verbraucher mit der Inflation und den hohen Zinsen sowie der wirtschaftlichen Stagnation zu kämpfen haben. Velez glaubt jedoch, dass die „Nubank“ in der Lage sein wird, ihre Zinsen unter dem Marktdurchschnitt zu halten, indem sie künstliche Intelligenz zur Kreditvergabe einsetzt. Die 90-Tage-Verzugsquote der „Nubank“ bei Kreditkarten liegt bei 3,3 Prozent, verglichen mit einem Durchschnitt von 4,8 Prozent.

Dank der Einlagen ihrer Privatkunden ist die „Nubank“ nicht auf die Finanzierung durch die Märkte angewiesen und verfügt nach ihrem Börsengang, bei dem sie 2,6 Milliarden US-Dollar einnehmen konnte, über ein großes Polster an Ressourcen. Das Unternehmen prüft derzeit, wie es am besten in den Markt für von der Lohnsumme abzugsfähige Kredite einsteigen kann und will außerdem das Portfolio an besicherten Immobilien- und Autokrediten erweitern, das vom Partner „Creditas“ angeboten wird. „Wir haben vielleicht die Möglichkeit, schneller zu werden und mehr Marktanteile zu gewinnen und die Zinssätze niedrig zu halten, um unsere Produkte wettbewerbsfähiger zu machen“, bekräftigte Velez. Das Kreditportfolio hat eine kurze Laufzeit, im Durchschnitt sechs Wochen bei Kreditkarten und bis zu sechs Monate bei Privatkrediten, was das Risikomanagement erleichtert.

Analysten sehen die Ausweitung des Kreditportfolios als wesentlich an, um die „Nubank“ zur Rentabilität zu führen. Einem aktuellen Bericht von „Morgan Stanley“ zufolge generiert jeder Nu-Kunde Einnahmen von weniger als 200 Reais (40 US-Dollar), während ein Itaú-Kontoinhaber etwa 1.200 Reais (220 US-Dollar) einbringt. Die profitabelsten Kreditlinien für Retailbanken sind Hypotheken, gefolgt von Privat- und Gehaltsabrechnungskrediten, so „Morgan Stanley“. Die Bank debütierte am 9. Dezember vergangenen Jahres an der New Yorker Börse als das wertvollste Finanzinstitut Lateinamerikas mit einem Wert von zweiundfünfzig Milliarden US-Dollar. Der jüngste Einbruch hat den Marktwert von „Nubank“ allerdings unter den Wert der traditionellen großen Konkurrenten wie „Itaú Unibanco“ und „Bradesco“ gedrückt.

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