Zahl der vertriebenen Nicaraguaner in Costa Rica verdoppelt

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Ein UNHCR-Mitarbeiter hilft nicaraguanischen Asylsuchenden in Upala nahe der Grenze zwischen Costa Rica und Nicaragua (Foto: UNHCR/Kai Odio)
Datum: 26. März 2022
Uhrzeit: 14:20 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die Zahl der nicaraguanischen Flüchtlinge und Asylsuchenden in Costa Rica hat sich in den letzten acht Monaten verdoppelt und mehr als 150.000 erreicht. Dies geht aus den neuesten Zahlen von „UNHCR“, dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, hervor. Dies entspricht vollen drei Prozent der Gesamtbevölkerung Costa Ricas von fünf Millionen. Zahlen vom Februar 2022 bestätigen, dass derzeit mehr Nicaraguaner Schutz in Costa Rica suchen als alle Flüchtlinge und Asylsuchenden zusammen während der Bürgerkriege in Mittelamerika in den 1980er Jahren, als Costa Rica ein Zufluchtsort für diejenigen war, die vor Gewalt flohen.

„UNHCR“ befürchtet, dass dieser Trend das bereits überlastete Asylsystem Costa Ricas ernsthaft belasten und die Unterstützungsnetzwerke im Land überfordern könnte. Der starke Anstieg der Zahl der Asylsuchenden aus Nicaragua korrespondiert mit großen gesellschaftspolitischen Ereignissen im Land, darunter die Präsidentschaftswahlen im November. Nicaraguaner suchen zudem zunehmend Schutz in der Ferne. In den ersten beiden Monaten des Jahres 2022 entspricht die Zahl der Asylsuchenden aus Nicaragua, die in Mexiko ankommen, fast einem Drittel der Asylanträge von Nicaraguanern im gesamten Jahr 2021.

Während der COVID-19-Pandemie hat die Regierung von Costa Rica ihre Grenzen für diejenigen offen gehalten, die internationalen Schutz suchen. Die Grenzüberwachung von „UNHCR“ in Costa Rica zeigt, dass viele der neuen Asylsuchenden eine Beschäftigung in der saisonalen Kaffeeernte finden. Ihre wirtschaftliche Sicherheit könnte jedoch gefährdet sein, sobald die Ernte vorbei ist, was den Druck auf Hilfseinrichtungen und UNHCR-Programme erhöht. Costa Rica leidet aufgrund der pandemiebedingten Wirtschaftskrise unter einer hohen Arbeitslosigkeit. In diesem Zusammenhang werden die individuellen Unterstützungsnetzwerke, die den Nicaraguanern Schutz und wirtschaftliche Möglichkeiten bieten, geschwächt, was den Bedarf an Unterstützung durch „UNHCR“ und seine Partner erhöht.

„UNHCR“ unterstützt die Regierung von Costa Rica und Aufnahmegemeinden bei der Aufnahme von Asylsuchenden und Flüchtlingen durch Registrierung, Rechtshilfe, Bargeldhilfe und Spenden von Hygiene- und Reinigungssets, Lebensmitteln und Matratzen. Es bietet auch psychosoziale Unterstützung, Notunterkünfte, Berufsausbildung und Aktivitäten zur Förderung des friedlichen Zusammenlebens zwischen Flüchtlingen und den Gemeinden, die sie aufnehmen.

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