Lateinamerika: Bargeld nicht mehr das dominierende Zahlungsmittel

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Nachdem die schwierigste Phase von COVID-19 überwunden ist, konsolidiert sich der 2020 eingeleitete Trend zur Koexistenz verschiedener Zahlungsmittel (Foto: Marcello Casal JrAgência Brasilia)
Datum: 03. April 2022
Uhrzeit: 16:09 Uhr
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Autor: Redaktion
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Nachdem die schwierigste Phase von COVID-19 überwunden ist, konsolidiert sich der 2020 eingeleitete Trend zur Koexistenz verschiedener Zahlungsmittel, die von den Verbrauchern je nach ihren Vorlieben und den angebotenen Alternativen genutzt werden. Obwohl die Verwendung von Bargeld wieder zunimmt, hat die Karte in den meisten lateinamerikanischen Ländern nach wie vor einen hohen Stellenwert. Laut dem „XI Means of Payment Trends Report“, der von „Minsait Payments“, dem Tochterunternehmen für Zahlungsmittel des Technologieberatungsunternehmens Minsait, vorgelegt wurde, haben 89 % der Chilenen mit Bankkonto im letzten Monat eine Karte benutzt. Damit ist Chile das führende Land in der Region, in dem die meisten Menschen die Karte als bevorzugtes Zahlungsmittel wählen (59,5 % Präferenz). Die anderen lateinamerikanischen Länder, in denen Karten am häufigsten verwendet werden, sind Argentinien, wo 83,3 % der Bevölkerung mit Bankkonto physische Debit-, Kredit- oder Prepaid-Karten verwendet haben, Mexiko mit 80,5 % und Peru mit 78 %. Die Kolumbianer nutzen dieses Zahlungsmittel am seltensten, nämlich nur zu 63,2 %.

Eine weitere Tatsache in dem Bericht, die diesen Trend verstärkt, ist, dass Chile eines der Länder mit der höchsten Anzahl von Debit- (97,8 %), Kredit- (71,8 %) und Prepaid-Karten (37,3 %) unter den Bankkunden ist, mit einem Wachstum von fast 10 Prozentpunkten in den letzten beiden Modalitäten im Vergleich zum Vorjahr. Darüber hinaus treibt die Pandemie laut der Studie die Einführung kontaktloser Kartenzahlungen weiter voran. 83,5 % der Chilenen, die eine Bankverbindung haben, nutzen bereits kontaktlose Karten. Damit ist Chile das lateinamerikanische Land mit der höchsten Anzahl von Nutzern kontaktloser Karten in diesem Jahr, gefolgt von Peru (77,5 %), Argentinien (72,1 %) und Mexiko (63,1 %). Zu den wichtigsten Vorteilen, die diese Bevorzugung des Bargelds erklären, gehören beispielsweise seine Schnelligkeit, seine Benutzerfreundlichkeit und sein Komfort.

Trotz der hohen Rekorde bei der Kartennutzung stellt der Bericht fest, dass die Verwendung von Bargeld von der Branche immer noch als das gängigste Zahlungsmittel angesehen wird: 44 % der Befragten halten es für das häufigste Zahlungsmittel in ihrem Land. Der Bericht hebt auch die Trendwende beim Rückgang des Bargeldumlaufs hervor, die durch die Pandemie verursacht wurde. In allen Ländern war ein deutlicher Anstieg der Nutzung dieser Zahlungsmethode zu verzeichnen, mit einem starken Anstieg in Chile (40 % im Vergleich zu 2019), Peru (27 %) und der Dominikanischen Republik (13 %).

Gleichzeitig kommt die Studie zu dem Schluss, dass Bargeld in Zukunft nicht mehr das vorherrschende Zahlungsmittel sein wird: Nur einer von sieben Befragten glaubt, dass es bis 2030 das vorherrschende Zahlungsmittel sein wird, während sie davon ausgehen, dass Zahlungskarten (34 %) und Lastschriften (33 %) das vorherrschende Zahlungsmittel sein werden.

Alternative Mittel

Der Studie zufolge haben die traditionellen Banken in allen Ländern begonnen, neuen Zahlungsdienstleistern Platz zu machen. Obwohl die Bank immer noch die häufigste Finanztransaktion ist, schaffen in Lateinamerika Telekommunikationsunternehmen durch Privatkredite und Neobanken ein neues Finanzszenario. Mehr als 50 % der erwachsenen Bankkunden in Lateinamerika gaben an, dass sie ein Produkt oder eine Dienstleistung von zwei oder mehr Banken beziehen. Finanzkunden in Brasilien, Peru und Chile stehen in dieser Kategorie an der Spitze: 76,4 %, 69,7 % bzw. 65,3 % der Befragten gaben an, dass sie mehrere Banken haben. In Brasilien und Kolumbien geben 26 % der Bankkunden eine Neobank als ihr wichtigstes Finanzinstitut an, was nicht nur auf die große Präsenz dieser Art von Instituten zurückzuführen ist, sondern auch auf das Alter, da die jüngeren Bevölkerungsgruppen in diesen beiden Ländern in größerem Umfang mit diesen Instituten arbeiten und sie als ihr wichtigstes Finanzinstitut bezeichnen“, erklärt der Bericht.

Ein weiteres wachsendes Phänomen in Lateinamerika ist der Trend zur „Buy-now-pay-later“-Finanzierung (BNPL). Der Dienst ermöglicht es den Käufern, ein Produkt zu erwerben und in voller Höhe oder in Raten zu bezahlen, wobei für kurzfristige Ratenzahlungen keine Zinsen anfallen, sondern Gebühren vom BNPL-Anbieter erhoben werden. In Bezug auf dieses System ist Chile das Land in der Region mit dem geringsten Kenntnisstand und der geringsten Nutzung dieses Systems, denn nur 15 % der Bevölkerung kennen und 26,7 % nutzen es. Zusammen mit Brasilien ist es auch das Land mit der geringsten Absicht, dieses System in Zukunft zu nutzen, im Gegensatz zu dem hohen Wachstum, das in Ländern wie der Dominikanischen Republik, Ecuador oder Mexiko erwartet wird.

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