Kuba stimmt über gleichgeschlechtliche Ehe ab

homo

In Lateinamerika sind Costa Rica, Argentinien, Brasilien, Kolumbien und Uruguay die Länder, die eine Rechtsform der gleichberechtigten Ehe gebilligt haben. Die Homo-Ehe ist auch in Mexiko-Stadt erlaubt (Foto: Archiv)
Datum: 23. Juli 2022
Uhrzeit: 07:51 Uhr
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Autor: Redaktion
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Die Kubaner werden im September in einem Referendum über eine Legalisierung der Homo-Ehe abstimmen. Die kubanische Nationalversammlung hat am Freitag (22.) eine umfassende Aktualisierung des Familiengesetzes verabschiedet, die unter anderem gleichgeschlechtliche Ehen zulässt, die Rechte der Frauen stärkt und den Schutz von Kindern und älteren Menschen verbessert. Das neue „Código de Familias“, das von mehreren Kirchen auf Kuba kritisiert wurde, wird am 25. September einem Referendum unterzogen, nachdem es zuvor monatelang auf Gemeindeversammlungen debattiert worden war, bei denen sich nach Angaben der Organisatoren zweiundsechzig Prozent der Teilnehmer dafür aussprachen. Für kubanische Verhältnisse ist das allerdings ein geringer Prozentsatz, denn die neu verabschiedete Verfassung wurde mit sechsundachtzig Prozent der Stimmen angenommen und frühere Referenden wurden in der Regel mit rund fünfundneunzig Prozent durchgewunken.

„Es handelt sich um einen Kodex, der die oft erwähnten, aber erhabenen Werte der Liebe, der Zuneigung, der Fürsorge, der Sensibilität, des Respekts für andere und der Harmonie in unseren Familien definiert“, erklärte Justizminister Oscar Manuel Silvera bei der Vorstellung des Textes vor den Abgeordneten der Nationalversammlung. Pastor Henry Nurse von der methodistischen Kirche Marianao in Havanna war mit dem Text nicht einverstanden und brachte laut einem Bericht von „Reuters“ die Ansichten der meisten traditionellen Religionen zum Ausdruck, mit Ausnahme der afrokubanischen Religionen, die sich noch nicht geäußert haben.

Der neue Text würde gleichgeschlechtliche Ehen und zivile Partnerschaften legalisieren, homosexuellen Paaren die Adoption von Kindern ermöglichen, die Rechte von Frauen verdoppeln und eine gleichberechtigte Aufteilung der häuslichen Pflichten fördern. Die Eltern hätten die „Verantwortung“ und nicht das „Sorgerecht“ für die Kinder und wären verpflichtet, „die Würde und die körperliche und seelische Unversehrtheit der Kinder und Jugendlichen zu respektieren“.

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