Baden-Württemberg: Jahrhunderte alte Tongefäße finden ihren Weg zurück nach Peru

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Die gestohlenen Werke können nun - rund 50 Jahre nach ihrem Abhandenkommen - wieder an ihren rechtmäßigen Eigentümer, den Peruanischen Staat zurückgegeben werden (Foto: LKA)
Datum: 23. Juli 2022
Uhrzeit: 08:40 Uhr
Ressorts: Kultur & Medien, Peru
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Autor: Redaktion
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Artefakte aus den untergegangenen Reichen der Inkas und anderer südamerikanischer Völker erfreuen sich unter Sammlern weiterhin hoher Beliebtheit. Über Interpol Lima und das Bundeskriminalamt ging im Oktober 2020 beim Landeskriminalamt Baden-Württemberg (LKA BW) ein Hinweis auf den Verkauf von nicht rechtmäßig aus Peru ausgeführten Tongefäßen bei einer Auktion ein. Das LKA BW mit seinen für solche Fälle spezialisierten Expertinnen und Experten für Kunst- und Kulturgutkriminalität beginnt mit seinen Ermittlungen. Die ersten Abklärungen ergeben, dass an dreien dieser Terracotten der Staat Peru einen Eigentumsanspruch hat, weil es sich um wichtige Kulturgüter des peruanischen Volkes handelt.

Als die Besitzer der Sammlung identifiziert sind, zeigt sich jedoch erst wie schwierig solch ein vermeintlich einfach gelagerter Sachverhalt werden kann. Die Stücke befinden sich seit über 50 Jahren in Deutschland und der damalige Besitzer, der die Antiken aus Peru ausgeführt hat, ist verstorben. Papiere und Belege existieren nicht mehr oder waren nie existent. Nach dem Tod ging die Sammlung auf die Tochter über, welche diese auf Grund fehlendem Interesse über ein Auktionshaus in Stuttgart verkaufen wollte.

Den Kunstermittlern gelingt es die Besitzerin davon zu überzeugen, auf einen Verkauf der antiken Gefäße zu verzichten. Schließlich deuteten die Ermittlungen darauf hin, dass die Gegenstände nunmehr vor einem halben Jahrhundert illegal ausgegraben worden sind. Und hier ist die Rechtslage eindeutig: bei Wissen um diesen Umstand liegt eine Strafbarkeit nach den Vorschriften des Kulturgutschutzgesetzes vor, wenn das Kulturgut zum Verkauf angeboten wird.

Die gestohlenen Werke können nun – rund 50 Jahre nach ihrem Abhandenkommen – wieder an ihren rechtmäßigen Eigentümer, den Peruanischen Staat zurückgegeben werden. Am 22. Juli 2022 werden die Gefäße in Berlin übergeben. Die Übergabe an den peruanischen Botschafter Elmer Schialer erfolgt durch Frau Irmgard Maria Fellner, der stellvertretenden Leiterin der Kulturabteilung des Auswärtigen Amtes.

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