Künstliche Nester für den grünen Ara

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Das Projekt ist in der Gemeinde La Marea angesiedelt, einem Dorf in einem schwer zugänglichen Gebiet in der Dschungelprovinz Darien, das nur über eine zweistündige Flussfahrt erreicht werden kann (Fotos: AdoptaBosque)
Datum: 24. August 2022
Uhrzeit: 09:06 Uhr
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Autor: Redaktion
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Die Populationen des grünen Aras gehen dramatisch zurück. Ihr natürlicher Lebensraum ist sehr speziell, denn sie brauchen große Gebiete mit unberührtem, altem Wald, um zu gedeihen. Dieser in Kolumbien, Costa Rica, Ecuador, Honduras, Nicaragua und Panama beheimatete Vogel mit seinem exotischen Gefieder ist etwa 79 Zentimeter groß und wiegt rund 1,5 Kilogramm. Sein Lebensraum sind alte Wälder (die natürlichste Form) und er ist normalerweise in einer Höhe von mindestens 35 Metern in den Baumkronen anzutreffen. Abholzung und Entwaldung für Landwirtschaft und Viehzucht beeinträchtigen das Überleben dieser Art. Auch der illegale Handel: Interessenten sind auf der Suche nach den Küken. Ein Bauer oder ein Indigener verkauft ein Exemplar vor Ort für 500 oder 1.000 US-Dollar. Auf dem Markt kann das Küken 10.000 bis 20.000 US-Dollar kosten.

Laut der Roten Liste der Internationalen Union für die Erhaltung der Natur „List Red der International Union for Conservation of Nature“ (IUCN) umfasst die Weltpopulation des grünen Aras (Ara Ambiguus) weniger als 3.700 Tiere, darunter Jungtiere und ausgewachsene Vögel. Eine große Einschränkung für das Überleben dieser Vögel sind die Nester. „Grüne Aras nisten in Baumhöhlen. Sie haben nicht die Fähigkeit zu bohren und sind auf natürliche Höhlen angewiesen, die vorhanden sind, wenn die Bäume praktisch verrotten. Das ist eine Bedrohung, denn jedes natürliche oder menschliche Element kann den Baum zu Fall bringen“, erklärt der panamaische Biologe Guido Berguido. Aus diesem Grund fördert die Nichtregierungsorganisation „Adopta Bosque Panama“ das Projekt der künstlichen Nester. Es handelt sich um zylindrische Kunststoffbehälter mit einem Fassungsvermögen von fast 190 Litern, „die angepasst, mit Löchern versehen und mit Material gefüllt werden, damit die Vögel sich darin einnisten können“. Bislang wurden drei dieser künstlichen Nester eingerichtet und „Adopta“ hofft, in den kommenden Monaten mindestens zwei weitere Nester einrichten zu können.

Das Projekt ist in der Gemeinde La Marea angesiedelt, einem Dorf in einem schwer zugänglichen Gebiet in der Dschungelprovinz Darien, das nur über eine zweistündige Flussfahrt erreicht werden kann. Eine regionale Gruppe ist darauf trainiert, mit Hilfe professioneller Seile auf sehr hohe Bäume zu klettern, die Nester dort anzubringen und sie zu pflegen. Sie ist auch für die Überwachung und Zählung der Vögel ausgebildet und erhält dafür ein Stipendium.

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