Uruguays erste Gitarre aus Zigarettenkippen und Plastikkappen

gitarre

Gitarre aus Zigarettenkippen und Plastikkappen (Fotos: Rekithara)
Datum: 02. September 2022
Uhrzeit: 04:40 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Zwei junge Uruguayer haben eine E-Gitarre entwickelt, deren Korpus aus recycelten Zigarettenstummeln und Plastikkappen hergestellt wird. Zigarettenstummel und Plastik im Allgemeinen sind zwei der größten Probleme, die die Umwelt tagtäglich belasten, sogar mehr als man sich manchmal vorstellen kann. Ein einziger Zigarettenstummel enthält beispielsweise eine Vielzahl von giftigen Abfällen, darunter auch Plastik und kann bis zu fünfzig Liter Wasser durch die Freisetzung von Tausenden von Giftstoffen verschmutzen. Und obwohl es sich bei Kunststoff um ein Material handelt, bei dem das Bewusstsein für seine gefährlichen Folgen etwas größer geworden zu sein scheint, nehmen seine Produktion und sein Verbrauch weltweit zu, insbesondere bei Einwegplastik.

In Uruguay gibt es viele Menschen, die diese Problematik erkannt haben, wie zwei junge Personen, die zusammen mit den Projekten „No Más Colillas de Uruguay“, „Teko“ und „Plasticoin“ gerade die erste E-Gitarre des Landes aus recycelten Materialien hergestellt haben: Der Korpus besteht aus Plastikkappen und Zigarettenkippen. Hinter dieser Innovation stehen Alejandro (31) und Erika (28), zwei Freunde aus Maldonado bzw. Canelones, die gemeinsam ihr Unternehmen „Rekithara“ gegründet haben. Er ist Tontechniker, Musikproduzent und Gitarrenbauer. Sie studiert derzeit Industriedesign und hat einen Hintergrund in Design und Fotografie. „Als Gitarrenbauer habe ich vor einiger Zeit damit begonnen, E-Gitarren unter meiner eigenen Marke zu bauen, allerdings auf traditionelle Weise aus Holz. In diesem Jahr haben wir mit Erika begonnen, sie aus 100 % recycelbaren Materialien herzustellen“, so Alejandro gegenüber „El País“.

Als diese beiden Freunde, die neben anderen gemeinsamen Interessen schon immer den Wunsch hatten, etwas für die Umwelt zu tun, von der Arbeit von „Teko“ erfuhren (die zusammen mit „No Más Colillas de Uruguay“ die gesammelten und recycelten Zigarettenkippen zur Herstellung von Platten verwenden, aus denen verschiedene Gegenstände wie Brillengestelle hergestellt werden), begannen sie, über die Schaffung einer Gitarre nachzudenken. „Wir haben Platten aus Zigarettenkippen verwendet und dann Flaschendeckel, die zerkleinert wurden, um einen Schliff zu erhalten und dann in eine Form gelegt und geschmolzen, um dem Korpus das Finish zu geben“, sagt Alejandro. Sie haben bereits mehrere Gitarren gebaut und wollen noch mehr. Der Zeitaufwand für die Herstellung eines solchen Instruments ist ähnlich wie bei einem herkömmlichen Instrument, erklärt der Gitarrenbauer. „Im Laufe der Zeit planen wir den Einsatz von Maschinen, um den Prozess zu beschleunigen und das Produktionsvolumen zu erhöhen. Bei der Arbeit mit recyceltem Material, wie z. B. Kunststoff, wird es erhitzt, geschmolzen, in eine Form gebracht und dann anders bearbeitet als bei Holz. Es gibt Unterschiede, aber Kunststoff ist ein gutes Material, mit dem man arbeiten kann“, schloss er.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2022 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!