Kolumbien: Höchste Inflation seit mehr als 23 Jahren

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Angeführt wurde der monatliche Anstieg von den Preisen für Nahrungsmittel mit 1,85 Prozent (Foto: AlexProimos)
Datum: 06. September 2022
Uhrzeit: 06:04 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Kolumbien hat im August eine Inflationsrate von 1,02 Prozent verzeichnet und damit fast das Doppelte der Markterwartungen. Dies ist auf einen allgemeinen Anstieg aller Preise in der Wirtschaft und einen robusten Binnenkonsum zurückzuführen, teilte die Regierung am Montag (5.) mit. Der monatliche Indikator ist nach Angaben des nationalen Statistikamtes (DANE) der höchste seit April und lag deutlich über dem Medianwert von 0,58 Prozent in einer Reuters-Umfrage, inmitten eines globalen Trends, der von den Vereinigten Staaten und Europa angeführt wird. Im August letzten Jahres lag die Inflation bei 0,45 Prozent. Angeführt wurde der monatliche Anstieg von den Preisen für Nahrungsmittel mit 1,85 Prozent, für verschiedene Waren und Dienstleistungen mit 1,54 Prozent, für Restaurants und Hotels mit 1,45 Prozent, für Haushaltswaren mit 1,33 Prozent, für Unterkunft und Versorgung mit 0,76 Prozent und für Gesundheit mit 0,74 Prozent. Die Beschleunigung der Inflation erfolgte inmitten einer besser als erwarteten Leistung der kolumbianischen Wirtschaft, die dazu führen würde, dass das Ziel von 6,5 Prozent für dieses Jahr überschritten wird, wie Finanzminister José Antonio Ocampo Mitte August erklärte.

Zwischen Januar und August betrug die Inflation 9,06 Prozent, gegenüber 3,93 Prozent im gleichen Zeitraum des Jahres 2021. In den letzten zwölf Monaten erreichte die Inflation mit 10,84 Prozent den höchsten Stand seit April 1999, während sie im gleichen Zeitraum des Vorjahres bei 4,44 Prozent lag und damit über dem Ziel der Zentralbank von drei Prozent. Der Wiederanstieg der Inflation in der viertgrößten Volkswirtschaft Lateinamerikas würde weitere Zinserhöhungen der Zentralbank begünstigen, die den Zinssatz seit Beginn des Aufwärtszyklus im September letzten Jahres bereits um insgesamt 725 Basispunkte auf derzeit neun Prozent erhöht hat. In der Reuters-Umfrage hatten die Analysten ihre Inflationserwartungen für dieses Jahr auf 10,1 Prozent angehoben, gegenüber 9,20 Prozent in der Umfrage vom Juli. Auch die Erwartungen für Ende 2023 gehen von einer Inflation von 5,9 Prozent aus und liegen damit über den ebenfalls im Juli von Experten prognostizierten fünf Prozent.

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