Brasilien: Drei von zehn Familien hungern

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Obwohl der Norden und Nordosten proportional gesehen stärker betroffen sind, liegt die größte Konzentration von Hungernden in absoluten Zahlen im Südosten, der bevölkerungsreichsten Region des Landes (Foto: Tomaz Silva-Agência Brasil)
Datum: 14. September 2022
Uhrzeit: 15:16 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Drei von zehn brasilianischen Familien sind in irgendeiner Form von Nahrungsmittelknappheit betroffen und leiden an Hunger. Dies zeigt eine Studie des brasilianischen Forschungsnetzwerks für Ernährungssouveränität und -sicherheit „Pesquisa em Soberania e Segurança Alimentar“ (PENSSAN), die am Mittwoch (14.) veröffentlicht wurde. Der höchste Anteil von Familien in dieser Situation ist im Norden und Nordosten des größten Landes in Südamerika zu finden. Alagoas ist der Bundesstaat, in dem mit 36,7 Prozent der befragten Familien die meisten Fälle von schwerer Ernährungsunsicherheit zu verzeichnen sind. An zweiter Stelle folgt Amapá mit 32 Prozent der Haushalte in dieser Situation. Dahinter liegen Pará und Sergipe, wo jeweils 30 Prozent der Bevölkerung betroffen sind.

Obwohl der Norden und Nordosten proportional gesehen stärker betroffen sind, liegt die größte Konzentration von Hungernden in absoluten Zahlen im Südosten, der bevölkerungsreichsten Region des Landes. Die Daten stammen hauptsächlich aus Sao Paulo, wo sich 6,8 Millionen Menschen in dieser Situation befinden und aus Rio de Janeiro mit 2,7 Millionen. Die Forscher gingen von November letzten Jahres bis April dieses Jahres von Haus zu Haus. Sie besuchten 12.745 Haushalte in 577 Städten/Gemeinden in allen Bundesstaaten und im Bundesdistrikt. Neben der großen Zahl der Hungernden wurde auch festgestellt, dass sich das Problem nach der Pandemie verschärft hat, da das Familieneinkommen gesunken und die Lebenshaltungskosten gestiegen sind. Auf nationaler Ebene sind 15,5 Prozent der Familien von schwerer Ernährungsunsicherheit betroffen, 15,2 Prozent von mäßiger Ernährungsunsicherheit.

Das Konzept der Ernährungsunsicherheit wurde in der Studie in drei Stufen unterteilt:

Geringfügig: wenn man sich Sorgen macht oder unsicher ist, ob man in Zukunft Nahrung bekommen wird

Mäßig: wenn es zu einer konkreten Verringerung der Nahrungsmenge kommt und das gesunde Ernährungsmuster aufgrund von Nahrungsmangel durchbrochen wird

Schwerwiegend: wenn die Familie Hunger hat und aus Geldmangel nicht isst

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