Pazifischer Ozean: Bevorzugte Kokainroute in die USA

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Die von der kolumbianischen Marine geführte multinationale Marinekampagne Orion mit 40 teilnehmenden Ländern beschlagnahmte zwischen 2018 und Juli 2022 982 Tonnen Drogen. (Foto: Armada Nacional de Colombia)
Datum: 02. Oktober 2022
Uhrzeit: 13:20 Uhr
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Autor: Redaktion
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Ende Juli 2022 hat das Sekretariat für Bürgersicherheit von Mexiko-Stadt (SSC) in Zusammenarbeit mit der Generalstaatsanwaltschaft die nach eigenen Angaben größte Beschlagnahmung von Kokain in Mexiko-Stadt durchgeführt. Zwei Anhänger mit 1,68 Tonnen Kokain aus Kolumbien auf dem Weg in die Vereinigten Staaten konnten beschlagnahmt werden. Die Ladung war auf dem Seeweg nach Puerto Escondido (Oaxaca) gekommen und wurde weiter in die mexikanische Hauptstadt transportiert, wo ein Teil des Kokains im Stadtteil Tepito verteilt werden sollte und der Rest für die Westküste der USA bestimmt war. Nach Angaben der spanischen Zeitung „El País“ hatten die USA dem SSC Informationen mit genauen Angaben über die Route der Lastwagen und den Ort, an dem die Drogen gelagert werden sollten, mitgeteilt. Die Informationen stammten aus Kolumbien, wo man eine Reihe von Gesprächen zwischen Drogenhändlern abgehört hatte. „Dies zeigt, dass diese Organisationen immer auf der Suche nach den effizientesten Orten sind, um die Transportzeit zu verkürzen, weniger überwacht zu werden und vor allem […] die Verbrauchermärkte zu erreichen“, erklärte Yadira Gálvez, Sicherheitsexpertin und Wissenschaftlerin an der Nationalen Autonomen Universität von Mexiko.

Der Superhighway

Seit 2019 weist „InSight Crime“, eine Organisation, die sich auf das organisierte Verbrechen in Lateinamerika und der Karibik spezialisiert hat, auf die Pazifikküste Amerikas als neuen Korridor für den Drogenhandel in die Vereinigten Staaten hin, um den „Lärm/Geräusch“ aufgrund der Krise in Venezuela und ihre negativen Auswirkungen auf die Nachbarländer in der Karibik zu vermeiden. Nach Angaben von „InSight Crime“ eskortieren Auftragskiller des Kartells einige der Lieferungen, die über diese Seestraße verschifft werden, um Piraten abzuwehren oder die Behörden abzulenken, wenn sie illegale Lieferungen verfolgen. Das mexikanische Sinaloa-Kartell dominiert derzeit die Kokainumschlagsroute durch den US-Pazifik und die mexikanischen Bundesstaaten mit Pazifikküste (wie Michoacán, Colima, Chiapas, Oaxaca und Guerrero) stehen bei diesem Verkehr im Mittelpunkt des Interesses. Die Drogenhändler benutzen am häufigsten Schnellboote, kleine Fischerboote und Narco-U-Boote, um Tonnen von Kokain, Marihuana, Fentanyl und Heroin zu transportieren. Die Kriminellen benutzen sogar Sportboote, um ihre Bewegungen zu verschleiern und der Überwachung in internationalen Gewässern zu entgehen.

Anstrengungen und Engagement

Seit dem Inkrafttreten des Rahmenabkommens zwischen den Regierungen Mexikos und der Vereinigten Staaten (im Dezember 2021) haben die Marinebehörden mehr als zehn Tonnen Drogen beschlagnahmt, die auf dem See- und Luftweg aus Südamerika kamen. Die mexikanischen Häfen am Pazifik sind die Orte der größten Beschlagnahmungen. Kolumbien, das Ursprungsland der Drogenlieferungen, hat ebenfalls den Kampf gegen den Drogenhandel durch verschiedene Aktionen intensiviert, darunter die von der kolumbianischen Marine geleitete multinationale Marinekampagne Orion, an der sich rund vierzig Länder in Nord- und Südamerika, Afrika und Europa beteiligen. Nach Angaben der kolumbianischen Marine haben die Bemühungen und das Engagement der teilnehmenden Länder in den neun Versionen der Orion-Kampagne verhindert, dass siebenhundertsechzehn Tonnen Kokain und zweihundertsechsundsechzig Tonnen Marihuana weltweit konsumiert werden konnten. Die Kampagne begann im Jahr 2018.

Verstärkte Zusammenarbeit

Mexiko, die Vereinigten Staaten und Kolumbien tragen der Tatsache Rechnung, dass die Pazifikroute an Bedeutung gewonnen hat, indem sie nachrichtendienstliche Informationen austauschen und Fähigkeiten zur Unterbindung des Drogenhandels entwickeln. Es bedarf jedoch eines Engagements der zentralamerikanischen Länder, um diesen Informationsaustausch und die Beschlagnahmungen durchzuführen“. Obwohl die internationale Zusammenarbeit eine wichtige Rolle spiele, muss jedes Land seine eigene Strategie zur Bekämpfung des Drogenhandels stärken. Es muss nicht nur verhindert werden, dass Drogen gehandelt werden, sondern auch die Strafverfolgungsbehörden müssen gestärkt werden und über die großen Führer hinausgehen. Darüber hinaus ist eine stärkere Zusammenarbeit und Integration des U.S. Northern Command (NORTHCOM) und des U.S. Southern Command (SOUTHCOM) erforderlich, um mit den wichtigsten Ländern entlang der Drogenhandelsroute zusammenzuarbeiten und den Drogenhandel zu unterbinden, das der Drogenhandel eine riesige Spur von Korruption nach sich zieht.

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