Neue Proteste in Haiti: Tausende fordern Rücktritt von Premierminister Ariel Henry

haiti

Auch in anderen Städten wie Cayes, Petit-Goave und Jérémie kam es zu Demonstrationen, die einen Tag lang zu Spannungen und einer völligen Lähmung der Aktivitäten führten (Foto: Unplash)
Datum: 04. Oktober 2022
Uhrzeit: 07:55 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Die Haitianer gehen weiterhin auf die Straße und fordern den Rücktritt von Premierminister Ariel Henry. Tausende von Menschen demonstrierten am Montag (3.) in Pétion-ville, am südwestlichen Stadtrand der haitianischen Hauptstadt Port-au-Prince, um den Rücktritt von Premierminister Ariel Henry zu fordern, den sie für unfähig halten, die weit verbreitete Krise im Nachbarland der Dominikanischen Republik zu bewältigen. Die Demonstranten zogen mit Ästen durch die Straßen von Pétion-Ville und skandierten Parolen gegen die Regierung, die in weniger als einem Jahr zweimal die Treibstoffpreise erhöht und damit die Lebenshaltungskosten in dem strukturschwachen Land weiter in die Höhe getrieben hat.

„Pétion-ville auf den Straßen, Ariel muss weg“ und „Freiheit“ waren einige der meistgehörten Rufe während des Marsches gegen Henry, der kurz nach der Ermordung des ehemaligen haitianischen Präsidenten Jovenel Moise Anfang Juli 2021 die Macht übernahm. Begleitet von einer populären Musikkapelle errichteten viele der Demonstranten brennende Barrikaden entlang der Demonstrationsroute. Die haitianischen Schulen und Bildungseinrichtungen sollten am Montag zum Schuljahresbeginn geöffnet werden, was jedoch aufgrund der sich verschlechternden soziopolitischen, wirtschaftlichen, gesundheitlichen und gewalttätigen Krise im Land nicht möglich war.

In den letzten vier Wochen haben sich die Straßenproteste im ganzen Land vervielfacht – vor allem nach der Ankündigung der Treibstoffpreiserhöhung – mit Bränden und Plünderungen in öffentlichen Einrichtungen, privaten Unternehmen und humanitären Organisationen. Vor diesem Hintergrund wird der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen ein dringendes Maßnahmenpaket vorbereiten, das wahrscheinlich auch Sanktionen umfassen wird, um auf die schwere Welle der Gewalt zu reagieren, die bewaffnete Banden in Haiti entfesselt haben. Die Vereinigten Staaten und Mexiko, die beiden Länder, die das „Haitianische Dossier“ im Sicherheitsrat anführen, kündigten letzte Woche an, dass sie einen entsprechenden Resolutionsentwurf vorbereiten, den sie in den nächsten Tagen an die anderen Mitgliedsstaaten weiterleiten wollen.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2022 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!