Mexiko: Inselgefängnis wird Touristenattraktion im Pazifik

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Neben Villen für die Unterbringung von Gästen, einem Restaurant, einem Café und Stränden umfasst die neu gestaltete Anlage auch einen Bogen, der nach Nelson Mandela benannt ist (Fotos: gob)
Datum: 18. Dezember 2022
Uhrzeit: 09:12 Uhr
Ressorts: Mexiko, Welt & Reisen
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Eines der berüchtigtsten Gefängnisse Mexikos schlägt an diesem Wochenende ein neues Kapitel auf: Es wird zu einem Zufluchtsort im Pazifischen Ozean, nachdem es umgebaut wurde, um Touristen in die ehemalige Strafkolonie zu locken. Laut einem Bericht von „Reuters“ hat Präsident Andres Manuel Lopez Obrador am Freitagabend (16.) Ortszeit das Touristenzentrum Islas Marias eröffnet, das das jahrzehntealte Bundesgefängnis im Archipel Islas Marias in eine Umweltattraktion und einen Ort für Geschichtsliebhaber verwandeln soll. „Das ist Tourismus für Ausflügler, zum Erforschen, zum Leben mit der Natur“, so Lopez Obrador. „Die Geschichte wieder aufleben zu lassen, ist etwas Außergewöhnliches, etwas Außergewöhnliches“, fügte das Staatsoberhaupt hinzu. Neben Villen für die Unterbringung von Gästen, einem Restaurant, einem Café und Stränden umfasst die neu gestaltete Anlage auch einen Bogen, der nach Nelson Mandela benannt ist, der achtzehn Jahre lang auf der südafrikanischen Robbeninsel inhaftiert war, bevor er zum Präsidenten des Landes gewählt wurde. Mandela ist „ein Beispiel dafür, dass selbst hinter Gefängnismauern Ideale und Veränderungen für diejenigen weiterleben können, die die Geschichte verändern wollen“, betonte Mexikos Regierung in einem Werbevideo.

Die Islas Marias liegen etwa einhundert Kilometer vor der Küste des westlichen Bundesstaates Nayarit und wurden 1905 unter Diktator Porfirio Diaz zu einem Gefängnis, das bis zur Schließung durch Lopez Obrador im Jahr 2019 fast ununterbrochen in Betrieb war. Das Gefängnis beherbergte einst viele politische Gefangene, darunter Jose Revueltas, ein einflussreicher mexikanischer Schriftsteller, der wegen seines linken Engagements mehrfach inhaftiert war.

Die Regierung hat Tourismuspakete für die Inseln angekündigt, wobei die Fähren zur Hauptsiedlung Puerto Balleto nächste Woche starten. Das Zentrum wird von der mexikanischen Marine betrieben und ist Teil eines geschützten UNESCO-Biosphärenreservats. Mexiko erlebt nach der Pandemie einen Touristenboom: In den ersten zehn Monaten des Jahres 2022 stiegen die internationalen Ankünfte im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 56,4 Prozent und im Vergleich zu 2019 um 7,3 Prozent.

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