Peru: Regierung stuft Transsexualität als Krankheit ein

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Die peruanische Regierung hat Transsexualität und Störungen der Geschlechtsidentität als Geisteskrankheiten eingestuft (Foto: Olhar Digital)
Datum: 15. Mai 2024
Uhrzeit: 13:32 Uhr
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Autor: Redaktion
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Die peruanische Regierung hat Transsexualität und Störungen der Geschlechtsidentität als Geisteskrankheiten eingestuft. Diese Entscheidung wurde vom Gesundheitsministerium des Landes am 10. Mai getroffen. Das Ministerium hat Transsexualität in eine Liste von Krankheiten aufgenommen, die die Krankenkassen in ihr Behandlungsangebot aufnehmen müssen. Nach Angaben der Zeitung „El Comercio“ müssen die Versicherer keine Therapie anbieten, wenn eine Krankheit nicht auf dieser Liste steht. Auf der Liste stehen Transsexualität, Transvestismus, Störungen des kindlichen Geschlechts und allgemeinere Begriffe wie andere Störungen der Geschlechtsidentität oder nicht spezifizierte Störungen der Geschlechtsidentität.

Nach den Regeln in Peru muss die Weltgesundheitsorganisation (WHO) eine Krankheit in die Internationale Klassifikation der Krankheiten aufnehmen, die als Grundlage für Gesundheitsstatistiken dient, damit sie auf der Liste erscheint. Im Jahr 2019 beschloss die WHO jedoch auf einer Weltgesundheitsversammlung, die Klassifizierung von Transsexualität als psychische Störung aufzuheben. In der 11. Fassung der Internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und Gesundheitsprobleme ist Transsexualität nicht mehr aufgeführt, sie ist nun ein Zustand im Zusammenhang mit der sexuellen Gesundheit und wird als Geschlechtsinkongruenz eingestuft.

Susel Paredes, eine Abgeordnete und Aktivistin für LGBTQIA+-Rechte, sagte, sie habe eine Änderung der Klassifizierung gefordert. Im sozialen Netzwerk X (ehemals Twitter) erklärte sie, dass die Aufnahme von Transsexualität in die Liste der Krankheiten „die Stigmatisierung und Diskriminierung von Trans-Personen verstärkt“ und dass eine Politik der psychischen Gesundheit „im Einklang mit internationalen Standards“ umgesetzt werden müsse. Die Organisation More Equality Peru teilte mit, sie habe Unterschriften von mehr als 400 Fachleuten für psychische Gesundheit gesammelt, die das Gesundheitsministerium aufforderten, die Entscheidung zu überprüfen.

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