In nur drei Jahren hat sich Brasiliens äußerst populäres Pix-Zahlungssystem zur beliebtesten Zahlungsmethode des Landes entwickelt. Es ersetzt in vielen Fällen Bargeld und Überweisungen und bedroht nun die Dominanz von Kreditkarten im boomenden E-Commerce-Sektor. Die brasilianische Zentralbank gab am Donnerstag (3.) bekannt, dass eine neue Funktion, die es Nutzern ermöglicht, Transaktionen in Raten über ihr weit verbreitetes Sofortzahlungssystem zu bezahlen, voraussichtlich im September verfügbar sein wird. „Die Funktion hat das Potenzial, die Nutzung von Pix im Einzelhandel für höherwertige Einkäufe zu fördern, was Menschen zugutekommt, die keinen Zugang zu traditionellen Kreditoptionen haben“, so die Zentralbank in einer Erklärung. Die neue Funktion, die eine weitere Bedrohung für den Marktanteil von Kreditkarten darstellt, wird den rasanten Aufstieg von Pix voraussichtlich weiter beschleunigen. Seit seiner Einführung im Jahr 2020 hat sich Pix schnell zur beliebtesten Zahlungsmethode in Lateinamerikas größter Volkswirtschaft entwickelt.
Das Bezahlen von Einkäufen in Raten ist tief in den brasilianischen Konsumgewohnheiten verwurzelt und war lange Zeit ein entscheidender Vorteil von Kreditkarten. Laut der Zentralbank wird das sogenannte „Pix Parcelado“ sowohl Verbrauchern als auch Händlern zur Verfügung stehen. Während die Zahlungsempfänger den vollen Betrag sofort erhalten, haben die Zahler die Möglichkeit, ihre Zahlungen über einen längeren Zeitraum zu verteilen, fügte die Zentralbank hinzu, ohne weitere technische Details oder Kostenspezifikationen für den neuen Vorgang anzugeben. Die Institution kündigte außerdem Pläne an, 2026 eine weitere Funktion einzuführen, die es ermöglicht, künftige Pix-Forderungen als Sicherheit für Kreditgeschäfte zu verwenden. Dies soll die Kreditkosten für Unternehmen senken, insbesondere für diejenigen, die stark auf Pix angewiesen sind. Diese zusätzliche Funktion erfordert eine „komplexere Infrastruktur“ und die Art und Weise, wie Einzelpersonen Pix nutzen, wird sich nicht verändern.
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