Lateinamerika: Beschleunigter Wandel im Informationsverhalten junger Menschen

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Instagram und TikTok sind für junge Lateinamerikaner zum wichtigsten Zugang zu Informationen geworden (Foto: FISCALIA.GOB.SV)
Datum: 22. Januar 2026
Uhrzeit: 14:18 Uhr
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
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Instagram und TikTok sind für junge Lateinamerikaner zum wichtigsten Zugang zu Informationen geworden, die sich heute laut einer am Mittwoch (21.) in Bogotá veröffentlichten Studie fragmentarisch aus Memes, Kurzvideos und algorithmisch definierten Inhalten informieren. Die Studie mit dem Titel „Transiciones: consumos informativos emergentes en estudiantes de comunicación en América Latina” (Übergänge: neue Informationsnutzung bei Kommunikationsstudenten in Lateinamerika) wurde vom Red Internacional Investigar en Red in Zusammenarbeit mit der Universität Politécnico Grancolombiano durchgeführt und basiert auf den Antworten von fast 3.000 Studenten aus 33 Hochschulen der Region. Die Studie zeigt einen rasanten Wandel in den Informationsgewohnheiten junger Menschen, die durch einen schnellen, visuellen und ungeplanten Konsum gekennzeichnet sind, bei dem Nachrichten mit Unterhaltung und persönlichen Inhalten in den sozialen Netzwerken vermischt werden. „Die meisten jungen Menschen suchen nicht aktiv nach Informationen, sondern stoßen beim Surfen auf Nachrichten”, heißt es in dem Bericht.

Kurze und direkte Formate

Der Untersuchung zufolge werden kurze und direkte Formate – wie kurze Videos, zusammengefasste Schlagzeilen und Beiträge, die „auf den Punkt kommen“ – am meisten geschätzt und dienen als Hauptkontaktpunkt mit dem aktuellen Geschehen in einem Umfeld, in dem es entscheidend ist, die Aufmerksamkeit in wenigen Sekunden zu gewinnen. Diese Vorliebe für Kurzes bedeutet jedoch nicht, dass Tiefe abgelehnt wird, denn wenn ein Thema Interesse weckt, suchen viele junge Menschen auf Plattformen wie YouTube oder in Podcasts nach weiteren Informationen, wo sie ausführlichere und verständlichere Erklärungen finden. Was die Informationssprache betrifft, bevorzugen junge Menschen einen informellen, authentischen und zugänglichen Stil, was sie Content-Erstellern näherbringt, die aktuelle Ereignisse in einer dialogorientierten Weise erklären. In diesem Zusammenhang erscheinen Humor und Memes als Mittel, die den Zugang zu komplexen Themen erleichtern und als Auslöser für eine spätere Informationssuche dienen. Ein Meme ist ein Medieninhalt, der sich vorwiegend im Internet verbreitet. Dieser ist in der Regel humoristisch, manchmal auch satirisch und entsprechend gesellschaftskritisch.

Ambivalente Beziehung zu traditionellen Medien

Obwohl junge Menschen die Glaubwürdigkeit und institutionelle Bedeutung der traditionellen Medien anerkennen, empfinden sie diese auch als repetitiv, politisiert oder übermäßig negativ. Trotzdem greifen sie auf Presse, Radio und Fernsehen zurück, wenn sie Daten überprüfen oder Ereignisse in einem größeren Zusammenhang verstehen wollen. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass der Journalismus vor der Herausforderung steht, sich an ein Ökosystem anzupassen, das von Kürze und algorithmischer Personalisierung dominiert wird, ohne dabei auf Qualität und Vertrauen zu verzichten, in einem Umfeld, in dem Nachrichten nicht mehr aus den Nachrichten kommen, sondern zwischen einem „Scroll”, einem Meme oder Mikrovideos erscheinen.

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