Lula kritisiert den Anstieg des Glücksspiels und verteidigt dessen Verbot in Brasilien

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Fast in jedem Land Lateinamerikas gibt es mittlerweile eine eigene Glücksspiel-Regulierungsbehörde (Foto: Pixabay)
Datum: 09. April 2026
Uhrzeit: 04:32 Uhr
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Autor: Redaktion
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Präsident Luiz Inácio Lula da Silva erklärte am Mittwoch (8.), dass er ein Verbot von elektronischen Wetten mit festen Quoten in Brasilien, den sogenannten „Bets“, befürwortet. In einem Interview mit dem Sender ICL Notícias äußerte er sich besorgt über die zunehmende Verschuldung der Bevölkerung und die Auswirkungen der Spielsucht auf die öffentliche Gesundheit.„Wenn es nach mir geht, schließen wir die Bets“, erklärte der Präsident, betonte jedoch, dass jede Entscheidung von Verhandlungen mit dem Nationalkongress abhänge. Lula kritisierte die Ausweitung des Wettgeschäfts im Land und sagte, dass diese Praxis zu schädlichem Verhalten in der Gesellschaft führen könne. Der Regierungschef räumte auch ein, dass die Debatte komplex sei, aufgrund des wirtschaftlichen und politischen Einflusses der Wettbranche, die seiner Meinung nach Parteien und Abgeordnete finanziert.

Als er das Thema Verschuldung ansprach, erklärte Lula, dass das Problem mit den niedrigen Löhnen zusammenhänge, jedoch durch das Versprechen schneller Gewinne, das von den Wettplattformen geboten werde, verschärft werde. Er betonte zudem, dass Spielsucht als ein Problem der öffentlichen Gesundheit behandelt werden müsse. „Es gibt Menschen, die alles verlieren, Auto, Haus. Das ist ein ernstes Problem, das Aufmerksamkeit erfordert“, sagte er. Daten der Zentralbank zeigen, dass die Brasilianer im ersten Quartal 2025 bis zu fünf Milliarden US-Dollar pro Monat für Wetten ausgegeben haben. Lula verglich die aktuelle Situation mit der Zeit, als Glücksspiele wie Casinos und das „Jogo do Bicho“ im Land verboten waren. Seiner Meinung nach hat die Technologie den Zugang zu Wetten erleichtert, auch für Kinder und Jugendliche. „Das Casino befindet sich heute zu Hause, auf dem Handy“, erklärte er. Der Präsident der größten Volkswirtschafdt in LKateinamerika widersprach auch dem Argument, dass Fußballvereine finanziell von Wettanbietern abhängig seien, und erinnerte daran, dass sich der Sport jahrzehntelang ohne diese Art von Sponsoring entwickelt habe.

Hintergrund

Festquotenwetten wurden in Brasilien 2018 durch das Gesetz 13.756 legalisiert. Die Regulierung der Branche wurde 2023 mit der Verabschiedung des Gesetzes 14.790 abgeschlossen, das auch Online-Wetten dieser Art umfasste. Die Zuständigkeit für die Regulierung lag beim Finanzministerium, das 2024 das Sekretariat für Lotterien und Wetten einrichtete. Seitdem wurden verschiedene Vorschriften erlassen, um die Funktionsweise der Branche zu regeln. Trotz der Kritik des Präsidenten hat die Regulierung zu höheren Steuereinnahmen des Bundes geführt. Daten der Bundessteuerbehörde zeigen, dass allein in den ersten beiden Monaten dieses Jahres die Steuern auf Online-Wetten 400 Millionen US-Dollar betrugen – ein Anstieg von 236 % gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres.

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