Sonne, Wind und Wasser: Nachhaltigere Energie für Brasilien

Datum: 02. November 2011
Uhrzeit: 18:41 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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► Anpassung der energiepolitischen Strukturen

Schon heute deckt das Schwellenland Brasilien seinen Energiebedarf zu etwa 40 Prozent aus erneuerbaren Energien, vor allem Wasserkraft – doch es bestehen noch viele ungenutzte Potenziale an Wind- und Solarenergie. Das Institut für Berg- und Energierecht (IBE) der RUB erhielt jetzt vom Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD) den Zuschlag für ein fachübergreifendes Forschungs- und Beratungsprojekt, um die Nutzung erneuerbarer Energien und die Energieeffizienz in Brasilien weiter zu forcieren. Die Förderung mit einer Anschubfinanzierung in Höhe von 90.000 Euro erfolgt im deutsch-brasilianischen Programm „New Partnerships: Linking Academic Cooperation with Technical Cooperation“ (NoPA) mit Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Die RUB kooperiert mit der renommierten Staatlichen Universität von Campinas (UNICAMP) im Bundesstaat São Paulo bzw. mit dem dortigen Interdisziplinären Zentrum für Energieplanung (NIPE). Die Region gilt als brasilianisches „Silicon Valley“. Das Projekt ist zunächst auf zwei Jahre angelegt. Im Rechts- und Politikvergleich identifizieren die Forscher Gemeinsamkeiten und Unterschiede in den einschlägigen Ordnungsstrukturen Deutschlands und Brasiliens. Auch „supranationale“ Vorgaben des EU-Rechts (für Deutschland) bzw. des lateinamerikanischen MERCOSUR nehmen die Partner in den Blick. Aus dem Vergleich leiten sie Konzepte ab, um Lösungen für konkrete Einzelfragen zu erarbeiten. Ausgewiesene Experten aus Unternehmen sowie von Energie- und Umweltbehörden beider Länder sind an den Beratungen beteiligt.

Herausforderung und Chance

„Brasilien verdankt seinen auch im Vergleich zu anderen Staaten Lateinamerikas beachtlichen wirtschaftlichen Aufschwung u.a. der Entdeckung neuer und enormer Erdöl- und Erdgasvorkommen“, sagt Prof. Dr. Johann-Christian Pielow, Geschäftsführender Direktor des IBE. Obwohl das Land bereits viel regenerative Energie produziert und nutzt, gibt es dennoch hohe Umweltbelastungen durch die Energiewirtschaft – etwa mit der zuckerrohrgestützten Produktion von Bioethanol für den Verkehrssektor. „Auch ist in Sachen Energieeffizienz und -einsparung noch einiges zu tun“, so Prof. Pielow. Der Großteil des Warmwassers in brasilianischen Haushalten stammt beispielsweise aus elektrischen Boilern. „Vor diesem Hintergrund bedarf es insbesondere der Anpassung der energiepolitischen wie -rechtlichen Strukturen. Das ist eine gewaltige Aufgabe, die für deutsche Energieexperten ebenso Herausforderung wie Chance bedeutet.“

Kooperation intensiviert

Mit diesem neuen Projekt verstärkt die RUB ihre Zusammenarbeit mit Brasilien, passend zur jüngst erfolgten Eröffnung des dritten Verbindungsbüros der Universitätsallianz Metropole Ruhr (UAMR) im Ausland, ConRuhr Latin America in Rio de Janeiro. ConRuhr unterstützt die drei Ruhrgebietsuniversitäten bei der Anbahnung und Durchführung von Kooperationen in Lateinamerika.

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  1. 1
    Paterchon

    Siehste,Brasilien macht es vor mit erneuerbarer Energie.Wäre für ganz Lateinamerika eine gute Sache.Es gibt genügend Wind,viel Sonne,und auch viel Wasser.Die leidigen Strom und Wasserprobleme wären vom Tisch
    und die Umwelt wäre dankbar.

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