Krise in Venezuela: Maduro hetzt Polizei auf Demonstranten

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Maduro geht noch brutaler gegen Demonstranten vor als sein Mentor Hugo Chávez (Foto: Archiv)
Datum: 24. Februar 2014
Uhrzeit: 09:30 Uhr
Leserecho: 5 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die landesweiten Proteste gegen den autokratischen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro haben bisher mindestens 11 Todesopfer gefordert, 150 Menschen wurden verletzt, ungezählte Demonstranten verhaftet. Laut der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) hatten in der vergangenen Woche Polizisten mehrfach wahllos auf Demonstranten geschossen und waren mit Gewalt gegen Protestierende vorgegangen. Am 19. Februar starb die Demonstrantin Genesis Carmona in der venezolanischen Stadt Valencia an einem Kopfschuss. Die IGFM warnt, dass Präsident Maduro sein Land durch sein gewaltsames Vorgehen gegen Demonstranten in einen Bürgerkrieg führt.

Die Protestierenden gaben am gestrigen Sonntag bekannt, nicht mit der Regierung verhandeln zu wollen, bis diese ihren Forderungen nachkommt. Sie fordern, dass die „kubanischen Kommunisten“ aus dem Land verschwinden sowie die Freilassung der am 18. Februar inhaftierten Oppositionspolitiker Leopoldo López und Maria Corinna Machado sowie aller verhafteten Demonstranten und die Entwaffnung regimetreuer Banden. „Mit Mördern kann man nicht verhandeln“, so der Tenor der Protestierenden. Die Regierung wirft den Demonstranten hingegen vor, „Söldner“ zu sein, die vom „US-Imperialismus“ instrumentalisiert wurden.

IGFM: Nicolás Maduro geht noch brutaler gegen Demonstranten vor als sein Mentor Hugo Chávez
Wie die IGFM berichtet, wird die Situation in Venezuela immer unübersichtlicher: „Nach 15 Jahren chavistischer Herrschaft gleicht das Regime immer mehr der Castro-Diktatur in Kuba. Statt die Meinungs- und Versammlungsfreiheit zu achten, geht Präsident Maduro noch brutaler gegen die Opposition vor als sein Mentor Hugo Chávez“.

Gleichzeitig warnt die IGFM vor einem Abrutschen des Landes in einen Bürgerkrieg: „Die Regierung verliert zunehmend die Kontrolle über das Land. Lebensmittel werden knapp, die Inflation galoppiert und die Gewalt hat das Land fest im Griff. Statt gemeinsam mit den verschiedenen Parteien nach einem Weg aus der Krise zu suchen, führt Nicolás Maduro Krieg gegen die Bürger, die seine ‚Revolution‘ nicht unterstützen wollen. Neben der Polizei bedient er sich dabei auch krimineller, ihm ergebener Banden“.

Zudem kritisiert die IGFM die zaghafte Reaktion vor allem der lateinamerikanischen Staaten: „Unerklärlicherweise wird Venezuela weiterhin romantisch verklärt. Wer jedoch jetzt die Augen schließt, der läuft Gefahr, sie erst wieder zu öffnen, wenn ein Bürgerkrieg im Gange ist“, so die IGFM.

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  1. 1
    VE-GE

    Maduro schau auf die Ukraine den so wird es dir auch ergehen !

  2. 2
    thor

    Wo ist die Stimme Brasiliens???? Ach so, de werden ja auch nur von einer ehemaligen polizeilich gesuchten Terroristin regiert….

  3. 3
    Martin Bauer

    Mit Maduro verhandeln will niemand. Dafür ist es zu spät. Er ist zu weit gegangen. Es klebt bereits zu viel Blut an seinen Händen. Die Frage ist nicht mehr, OB sein Ende naht, sonder nur WANN und WIE.

  4. 4
    Alba

    Da kann man nur hoffen bald, jeder erschossene Student, Protestierende ist einer zuviel. Maduro ist ein Ball in den Händen der Gebrürder Castro, er hat sich viel zuviel von seinem grossen Vorbild Wladimir Putin abgesehen, als dass er noch umkehren könnte, er muss weiter machen und er wird weiter machen und sein Nachfolger steht auch schon bereit. Wenn nicht irgendeine Macht von aussen angreift/eingreift, dann wird dies ein Bultbad ohne Ende werden. Soviel Protest kann man nicht von Seiten ein paar Studenten bringen, dazu ist die Macht der Verbrecherbanden, welche mit Maduro kooperieren zu gross und stabil, dazu sind seine Verbündeten zu viele aus diesen „sozialistischen / kommunistischen Staaten, welche Vzla. umgeben. Die haben es auf das Erdöl abgesehen und deshalb hoffieren sie diesen Verbrecher, sehen weg oder unterstützen ihn mit ihren billigen Parolen aus marxistischen und / oder stalinistischen Geplappere, das ist in den Lateinamerikanischen Staaten momentan angesagt, jeder macht auf Links und stopft sich dabei die Taschen voll. Der Papst , was sagt eigentlich unser vereehrter Argentinischer Wanderprediger zu dieser Gewaltorgie, wie üblich hält die Kurie mal wieder die Klappe, die verstehen erst Jahrzehnte später was geschah, wie üblich, man betet (für wen? )und hält den Mund. Bravo Papa.

  5. Man kann nicht die Haelfte des Volkes abschlachten, damit die andere sozialistischen Irrwegen folgt.

    Erinnert euch mal an den iranischen Schah. Der versuchte auch mit allen ihm zur Verfuegung stehenden Mitteln an der Macht zu bleiben. War nix. Wenn das Volk das Regime boykotiert, ist das Ende nahe. Dazu bedarf es allerdings einer gemeinsamen Aktion. Erst waren es nur Studenten. Nun aber kommen viele Buerger hinzu, die die Aktion unterstuetzen.

    Venezuela kann sich solche Proteste und Boykotts nicht leisten. Die Wirtschaft geht eh schon am Stoeckchen. Sollte es wirklich zu einer Machtuebernahme kommen, muesste die neue Regierung schleunigst die bewaffneten Malandros entwaffnen und vielen jetzigen Regierungsmitgliedern den Prozess machen. Aber mit einer unabhaengigen Justiz. Und wo soll die herkommen ??

    Gibt es die in Suedamerika ueberhaupt =?= :-))

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