PetroCoin – Top oder Flop?

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Der Petro ist die erste von einem Staat herausgegebene Kryptowährung (Foto: Webseite Petro)
Datum: 05. Juli 2018
Uhrzeit: 18:49 Uhr
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Autor: Redaktion
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Die Einführung des PetroCoin soll Venezuela aus der Wirtschaftskrise befreien. Aber kann das wirklich klappen oder wird es für Venezuela nur noch schlimmer?

Was sind Kryptowährungen?

Kryptowährungen werden auch gerne als Kryptogeld bezeichnet. Im einfachsten Sinne sind das digitale Währungen die auf einem Kryptografischen Schlüssel beruhen. Es soll ein unabhängiges Zahlungssystem sein das aufgrund dessen, das die Verteilung über ein dezentrales System läuft sehr sicher sein. Dazu kommt noch das Kryptowährungen ganz ohne zentrale Instanzen wie Banken gehandelt werden können. Kryptowährungen werden über einer Blockchain verarbeitet und Mithilfe einer Peer-to-Peer-Anwendung verteilt. Die Blockchain ist vom Prinzip her eine digitale Datenbank die kontinuierlich erweitert werden kann. Denn eine Blockchain besteht aus vielen Knotenpunkten und jeder dieser Knoten erweitert die Blockchain.

Was ist eine Blockchain?

Der Begriff Blockchain kommt aus dem Englischen und wörtlich übersetzt bedeutet es schlicht Block-Kette. Die Blockchain ist in erster Linie eine Datenbank, also ein Stück Software, in dem Daten gespeichert werden. Den Anfang macht der „Schöpfungsblock“,also der allererste Block von der Blockchain. Alle weiteren Blöcke müssen erst überprüft und dann chronologisch hinten angehängt werden. Das Konzept hat sich ein Mann mit dem Pseudonym Satoshi Nakamoto (wie er in Wirklichkeit heißt hat bisher noch niemand herausgefunden) für die erste virtuelle Währung Bitcoin ausgedacht. Satoshi benötigte so etwas wie ein gemeinsames und öffentliches Kassenbuch für alle Nutzer. Das kann man in etwa mit einer riesigen Excel-Datei, in der man aber nur neue Einträge hinzufügen und keine älteren löschen oder ändern kann, vergleichen. Viele verbinden die Blockchain mit dem Bitcoin, allerdings ist die Blockchain als technischer und Theoretischer Unterbau viel mehr als Bitcoin. Denn der Bitcoin verhält sich zur Blockchain in etwas so wie das World Wide Web zum Internet. Das eine ist eine konkrete Anwendung und das andere umfasst die gesamte Plattform. Nun fragt man sich natürlich auch was die Blockchain so besonders macht, das wollen wir hier in kurzen Sätzen vermitteln.

1. Die Blockchain ist eine verteilte Datenbank. Sie liegt nicht auf irgendwelchen Servern, sondern jeder Nutzer hat eine eigene und vollständige Kopie.
2. Die Blockchain ist fälschungssicher: Jeder neue Block ist verbunden mit dem vorhergehenden Block und enthält die Historie in Form von dessen Prüfsumme (eine Art Quersumme). Zusätzlich enthält jeder Block auch noch die Prüfsumme der gesamten Kette. Damit ist die Reihenfolge der Blöcke eindeutig.
3. Alle Daten werden verschlüsselt gespeichert. Zusammen verhindert das (effektiv) Korruption und Manipulation. Das gesamte Netz legitimiert sich gegenseitig und wird seine eigene „Source of Truth“

Was ermöglicht die Blockchain?

Die in einer Blockchain gespeicherte Transaktionen oder Informationen sind schon aus Prinzip echt und können nicht verändert werden, zudem wird niemand mehr gebraucht, der sie verwaltet oder beglaubigt. Damit Blockchain macht Geschäftsmodelle ohne Mittelsmänner möglich, zum Beispiel Wertpapierhandel ohne Banken oder Hauskäufe ohne Notar. „Smart Contracts“ mit einprogrammierten Regeln und Funktionen. Somit könnten mit einer Blockchain herkömmliche Verträge auf Papier ersetzen, Musiker und andere Künstler ihre digitalen Rechte differenziert verwerten. Ziel ist grundsätzlich, die handelnden Personen in den Mittelpunkt zu stellen und zwischen ihnen eine sogenannte Peer-to-Peer-Kommunikation zu ermöglichen. Aber sieht das in der Praxis aus? Sehr großes Verwerfungspotenzial hat die Blockchain-Technologie für die Finanzbranche. Dementsprechend hektisch wird dort auch bereits an dem Thema geforscht (schließlich möchte man nicht den Zug verpassen und schlagartig überflüssig sein). Insgesamt verspricht Blockchain, dass Finanzdienstleistungen schneller und günstiger werden. Nicht bloß für die Kunden – auch die Banken bräuchten keine eigene zentrale und teure IT-Infrastruktur mehr vorzuhalten.

Was ist PetroCoin?

Der Petrocoin ist vom venezolanischen Präsidenten Nicolas Maduro als Kryptowährung eingeführt worden. Ob es allerdings wirklich eine Kryptowährung ist, ist immer noch umstritten. Denn Kryptowährungen haben normalerweise keinen reellen Gegenwert, was der PetroCoin allerdings hat. Sollte der PetroCoin wirklich eine digitale Währung sein, wäre es weltweit die erste staatliche Kryptowährung. Der Preis von einem PetroCoin liegt bei einem Barrel Öl. Somit liegt der PetroCoin im Wert ungefähr so wie die Kryptowährung Cardano.

Was ist Cardano?

Cardano ist eine weitere Blockchain-Plattform wie z. B. Ethereum, die als Basis für den Handel mit der Kryptowährung ADA fungiert. Cardano „ADA“ ist eine Kryptowährung die in Hongkong entwickelt wurde und dort auch ihren Hauptsitz hat. Cardano läuft wie auch der Bitcoin und Ethereum auf einem Dezentralem System und wird über vielen Knotenpunkten verwaltet.

Was ist der Haupt-Unterschied zwischen Cardano ADA und PetroCoin?

Der PetroCoin hat einen reellen Gegenwert und zwar ist jeder PetroCoin mit einem Barrel Öl abgedeckt. Das ist auch der größte Unterschied zwischen Cardano ADA und dem PetroCoin, allerdings ist das auch der Grund warum es bezweifelt wird das der PetroCoin wirklich eine Kryptowährung ist. Zudem wird Cardano von Miner generiert, das soll laut Maduro nicht beim PetroCoin möglich sein.

Wird der PetroCoin angenommen?

Wie wird denn der PetroCoin angenommen und kann Venezuela sich mit dem PetroCoin retten? Das sind die Hauptfragen mit denen sich viele seit dem Start des Vorverkaufs von PetroCoin befassen. Mit dem Vorverkauf wurden laut einer Aussage von Maduro bereits 3 Millionen USD eingenommen aber reicht das um Venezuela wieder neuen Aufschwung zu geben? Oder ist es nur eine Verschiebung bis zur nächsten Staatspleite? Ob der PetroCoin wirklich angenommen wird, kann man noch nicht so genau sagen. Das kann nur die Zeit zeigen. Sollte es Maduro allerdings schaffen das der PetroCoin angenommen und gehandelt wird, hat Maduro auf jeden Fall eine realistische Chance sein Land aus der Finanzkrise zu befreien.

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