Fleischproduktion beeinflusst die Entwaldung im Amazonas

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Durch die Zunahme des Fleischkonsum in Brasilien und weltweit verschwinden immer mehr Waldflächen (Foto: ScreenshotYouTube)
Datum: 02. August 2018
Uhrzeit: 12:17 Uhr
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Der zunehmende Verbrauch von tierischem Eiweiß, hauptsächlich Rindfleisch und Geflügel, ist einer der Faktoren, die für die Zunahme der Entwaldung im Amazonas und im Cerrado verantwortlich sind. Als Campos Cerrados bezeichnet man die Savannen Zentral-Brasiliens. Mit einer Fläche von zwei Millionen Quadratkilometern umfassen sie ein Gebiet von der Größe Alaskas. Das vorherrschende Ökosystem in beiden Regionen ist stark von Viehzucht und Sojaplantagen betroffen. Die Warnung kommt von Experten, die am Mittwoch (1.) an einer Debatte über den „Erdüberlastungstag“ im Museu do Amanhã (Museum von Morgen) in Rio de Janeiro teilgenommen haben. Der sogenannte „Earth Overshoot Day“ steht symbolisch für den Tag im Jahr, an dem die Menschheit ihre natürlichen Ressourcen aufgebraucht hat – für den Rest des Jahres lebt sie quasi auf Pump.

In diesem Jahr lag der Schwerpunkt der Diskussion bei der Fleischproduktion und den Auswirkungen auf die Umwelt. Die Koordinatorin der Heinrich-Böll-Stiftung Brasilien, Maureen Santos, betonte, dass es eine persönliche Verantwortung eines jeden ist seine Kaufgewohnheiten zu überdenken – sowohl kollektiv als auch durch politische Partizipation. Nach ihren Worten verschwinden durch die Zunahme des Fleischkonsums in Brasilien und weltweit immer mehr Waldflächen und werden als Weidefläche oder für den Anbau von Soja und Maiskulturen verwendet.

„Die tierische Proteinkette dehnte sich mit dem Anstieg der Produktion von Rohstoffen [Getreide für den Export] im Cerrado aus und wird von einer riesigen Viehzucht im Amazonas angetrieben. Sojabohnen umfassen inzwischen eine Anbaufläche von 33 Millionen Hektar, die Viehhaltung erfordert mehr als 200 Millionen Hektar. Es gibt keine Möglichkeit das Problem der Entwaldung zu lösen, ohne Vieh und Monokultur [Soja] zu betrachten. Es ist ein Problem, das angegangen werden muss“, so Santos.

Der Debatte im Museu do Amanhã ging die Präsentation des Dokumentarfilms „Sob a Pata do Boi“ voraus, der sich mit den Auswirkungen der Tierproduktion und des Getreides auf die Umwelt befasst. Dem Dokumentarfilm zufolge hat der Amazonas heute 85 Millionen Rinder, drei für jeden Einwohner. In den 1970er Jahren gab es fast keine der Hornträger und der Wald war intakt. Seitdem ist ein Teil, der der Größe Frankreichs entspricht, verschwunden. Sechsundsechzig Prozent dieser Fläche ist zu Weideland geworden. Dementsprechend steigt die Nachfrage nach Soja. In Brasilien hat sich die Produktion von Sojabohnen in den Jahren zwischen 2002 bis 2016 von jährlich 43 Millionen Tonnen auf 96 Millionen Tonnen mehr als verdoppelt. Im selben Zeitraum wurden 180.000 Quadratkilometer Regenwald im brasilianischen Teil Amazoniens abgeholzt.

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