Verbindliche Zertifizierung von entwaldungsfreiem Soja im Mercosur-Abkommen gefordert

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Mitglieder des Staatenbundes sind Brasilien, Paraguay, Uruguay und Argentinien (Foto: Divulgacao)
Datum: 04. Juli 2019
Uhrzeit: 11:17 Uhr
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Autor: Redaktion
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„Wer das Klima schützen will, muss den Wald und insbesondere die Tropenwälder des Planeten retten“, so Bundesentwicklungsminister Gerd Müller. Vor seinem Besuch in Brasilien kündigte Müller neue Maßnahmen zum internationalen Waldschutz an: „Das Amazonas-Gebiet und die tropischen Regenwälder sind die Lunge des Planeten. Derzeit werden jährlich mehr als sieben Millionen Hektar Tropenwald gerodet. Neben dem unermesslichen Verlust an Biodiversität trägt die Brandrodung weltweit mit etwa fünfzehn Prozent zum CO2-Ausstoß bei. Daher müssen wir die tropischen Regenwälder schützen und die betreffenden Länder dabei unterstützen. Wir verstärken deshalb unsere internationalen Maßnahmen zum Regenwaldschutz – und dazu gehört eine Vereinbarung zur wirksamen Überwachung und zum Schutz der Regenwälder, insbesondere in Brasilien und Indonesien. Deutschland verstärkt jetzt sein Engagement und setzt darüber hinaus auf internationale Programme zur Wiederbewaldung. Dies werden Themen für die deutsche Ratspräsidentschaft sein. Die Allianz für Klima und Entwicklung, der sich nach sechs Monaten fast 330 Partner angeschlossen haben, kann einen Beitrag zur Finanzierung von Schutzgebieten und dem Aufbau von Wäldern leisten.“

Derzeit erfordert der EU-weite Soja-Import von 35 Millionen Tonnen eine Produktionsfläche von circa 13 Millionen Hektar, vor allem in Brasilien und Argentinien. Nicht nur die EU, auch China als Hauptimporteur von Soja für die nationale Fleischproduktion müssen sich ihrer Verantwortung stellen. Die Fleischproduktion weltweit hat sich in den letzten 50 Jahren fast vervierfacht. Die Anbauflächen für Soja, das überwiegend zur Fütterung in der Tiermast eingesetzt wird, haben sich in den letzten 50 Jahren mehr als vervierfacht (von 28 auf 127 Millionen Hektar). Die Anbauflächen für Palmöl in den Regenwaldregionen Indonesien und Malaysia haben sich in den vergangenen 20 Jahren ebenfalls mehr als verdreifacht. Palmölplantagen nehmen allein in diesen beiden Ländern knapp 17 Millionen Hektar ein. Regenwald und Torfboden fallen dem Palmölboom zum Opfer – und setzen jährlich zwei Milliarden Tonnen CO2-Emissionen frei.

„Es ist damit bereits eine Grenze überschritten“, so Entwicklungsminister Müller, „die globale Balance der Natur gerät aus dem Gleichgewicht. Mit Blick auf die unkontrollierten Folgen des Sojaanbaues muss deshalb das Mercosur-Abkommen (Argentinien, Brasilien, Paraguay und Argentinien) mit einem verbindlichen Zertifizierungsabkommen zur Einfuhr von nachhaltigem Soja verbunden werden. Soja-Importe aus Brasilien und Palmöl-Importe aus Indonesien dürfen nicht mehr auf der Grundlage von Brandrodung von Regenwäldern erfolgen. Die Einfuhr von Soja und Palmöl muss deshalb zertifiziert werden und den Nachweis erbringen, dass der Anbau nicht auf gerodeten Regenwaldflächen erfolgt ist. Dies werden wir national und europäisch verbindlich regeln und zu einem Schwerpunkt der deutschen Ratspräsidentschaft machen.“

Das BMZ unterstützt über 200 Vorhaben zum Waldschutz weltweit – das laufende BMZ-Waldportfolio umfasst über zwei Milliarden Euro, vor allem in Afrika und Lateinamerika. Mit deutscher Unterstützung wurden so bislang weltweit 100 Millionen Hektar Wald rund um den Planeten gesichert, mehr als die 70-fache Fläche aller deutschen Naturschutzgebiete. Im Rahmen der AFR100-Initiative trägt das BMZ dazu bei, in 28 afrikanischen Ländern mehr als 100 Millionen Hektar Wälder wiederherzustellen. Über den REDD+-Mechanismus, der reduzierte Entwaldung vor allem in Lateinamerika honoriert, konnten CO2-Emissionen in einer Größenordnung von 60 Prozent des (jährlichen) deutschen Autoverkehrs eingespart werden.

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