Amazonas: Goldsucher sollen indigenen Anführer getötet haben

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Das Gebiet der Waiãpi war von der brasilianischen Regierung in den 1980er-Jahren zu einem indigenen Reservat erklärt worden (Foto: FUNAI)
Datum: 29. Juli 2019
Uhrzeit: 11:08 Uhr
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Autor: Redaktion
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Schwerbewaffnete Arbeiter einer Goldmine sollen in ein abgelegenes Indigenen-Reservat in Nordbrasilien eingedrungen und einen indigenen Anführer ermordet haben. Die regionale Einsatzkoordinierung der „Fundação Nacional do Índio“ (FUNAI), dem staatlichen brasilianischen Organ für die Angelegenheiten der indigenen Bevölkerung Brasiliens, überprüft die Vorwürfe über den möglichen Angriff auf das Territorium der Waiãpi. Da es sich um einen schwer zugänglichen Ort handelt, hat FUNAI die Sicherheitsbehörden der Region alarmiert, um die Richtigkeit der Informationen zu gewährleisten.

Die Bewohner des Dorfes im Bundesstaat Amapá flohen nach eigenen Angaben aus Angst, dass gewaltsame Zusammenstöße ausbrechen könnten wenn sie versuchen würden das an Gold reiche Land zurückzugewinnen. Tatsache ist, dass die Spannungen im Amazonasgebiet zunehmen seit sich Brasiliens rechtsextremer Präsident Jair Messias Bolsonaro dafür ausgesprochen hat, die an Rohstoffen reiche Region für den Bergbau zu öffnen. Laut Bolsonaro sind die indigenen Gebiete angesichts der Anzahl der dort lebenden Ureinwohner viel zu groß für diese Bevölkerungsgruppe und Kritiker werfen ihm vor, illegalen Bergbau und die Invasion von Reservaten zu fördern.

Das Gebiet der Waiãpi war von der brasilianischen Regierung in den 1980er-Jahren zu einem indigenen Reservat erklärt worden. Es gibt im Amazonas-Gebiet aber sehr viele Bodenschätze, was immer wieder Goldsucher anlockt. Bolsonsaro hat wiederholt versucht, die bisher illegale Goldförderung zu legalisieren und auch indigene Gebiete dafür freizugeben. Erst am Freitag (26.) kündigte er eine entsprechende Gesetzesinitiative an. Seinen Sohn Eduardo Bolsonaro habe er beauftragt, dazu mit US-amerikanischen Unternehmen Verhandlungen aufzunehmen. Menschenrechtler und Umweltschützer kritisieren dies.

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