Ecuador: Konfliktparteien erzielen eine Einigung – Update

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Das südamerikanische Land Ecuador wird von Protesten erschüttert (Foto: LeninMorenoEC)
Datum: 12. Oktober 2019
Uhrzeit: 09:57 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
Autor: Redaktion
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Die in Ecuador protestierende indigene Bewegung hat am Freitag (11.) das Angebot von Präsident Lenín Moreno hinsichtlich eines direkten Dialogs zur Lösung der Krise abgelehnt. „Dem Dialog, den er verkündet, mangelt es an Glaubwürdigkeit“, so der Verband der indigenen Nationalitäten (Conaie) in einer Erklärung und fügte hinzu, dass er nur mit der Regierung sprechen wird, „wenn das Dekret, das die Treibstoff-Subventionen abschafft, aufgehoben wird“. Die USA haben inzwischen ihre Unterstützung für Präsident Lenín Moreno und seine „notwendigen“ Wirtschaftsreformen in Ecuador erklärt.

Moreno, der eine Rücknahme seiner Maßnahmen ausschließt, hatte den Conaie-Führern ein direktes Treffen vorgeschlagen, um „Lösungen zu finden“. „Das Land muss seine Ruhe wiedererlangen; das Land muss wissen, dass wir den Willen zum Dialog haben“, erklärte das Staatsoberhaupt in einer kurzen Botschaft im Radio und Fernsehen.

Update. 13. Oktober

Präsident Lenín Moreno ordnete eine Ausgangssperre und die Militarisierung von Quito an. Ehemalige Präsidenten der Demokratischen Initiative Spaniens und Amerikas (IDEA) verurteilten am Samstag die Gewaltakte in Ecuador, unterstützten Präsident Lenín Moreno und forderten die internationale Gemeinschaft auf, Maßnahmen zur Verteidigung der Regierung zu ergreifen. Die Vereinten Nationen werden direkte Kontakte zu indigenen Völkern aufnehmen, um die Gewalt in Ecuador zu beenden. Die Zahl der Todesopfer ist inzwischen auf sechs gestiegen, 937 Personen wurden bei den Zusammenstößen verletzt. Die indigene Bewegung hat sich inzwischen von Ex-Präsident Rafael Correa gelöst und akzeptiert den „direkten Dialog“ mit Präsident Lenín Moreno. Die Änderung der Position des Hauptverbandes der Ureinwohner Ecuadors erfolgte nach „einem Konsultationsprozess mit Gemeinschaften, Organisationen, Völkern, Nationalitäten und sozialen Organisationen“, heißt es in einer Erklärung. Jaime Vargas (Präsident der Conaie) sagte in der Versammlung, dass die indigene Bewegung sich von denjenigen trennen sollte, die versuchen sie zu spalten. Er kritisierte, dass Politiker wie die Correistas Gabriela Rivadeneira und Virgilio Hernández Mobilisierungen gegen die Regierung fordern. „Die Correistas wollen die aktuelle Situation ausnutzen und diesen Raum für ihre Interessen nutzen“, so Vargas zu der ecuadorianischen Zeitung „El Comercio“.

Update, 14. Oktober

Die Regierung Ecuadors will die umstrittene Entscheidung zur Erhöhung der Spritpreise zurücknehmen. Darauf haben sich am Sonntagabend Ortszeit die Regierung und die Führung der indigenen Völker geeinigt.

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  1. 1
    noesfacil

    Ich denke, insgesamt eine ziemlich kurzsichtige und damit dumme, bis mind. unüberlegte Handlung der Regierung, mag diese ökonomisch gesehen, möglicherweise notwendig sein.
    Es muss aber zugleich für die ärmsten der Armen, nämlich f. die Indigenen, irgend eine Art Ausgleich, soziale Hilfe, o.ä. geschaffen werden und eben genau das scheint hier zu fehlen, bzw. Für diese Bevölkerungsgruppe nicht hinreichend genug kommuniziert.
    Hat denn niemand mehr den Caracazo-1989, sowie die Folgen, welche bis heute in die „Pest des 21. Jahrhunderts“ mündeten im Gedächnis und die Lehren, welche man daraus ziehen musste???
    noesfacil

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