Kreuzfahrtindustrie in Zeiten des Coronavirus

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Die schwimmenden Städte auf den Weltmeeren beherbergen bis zu 3.500 Passagiere und mehr als 1.000 Crew-Mitglieder, die für einen begrenzten Zeitraum auf engstem Raum zusammenleben (Foto: Latinapress)

Weltweit breitet sich das Coronavirus weiter aus. Weit über 100.000 Menschen haben sich mit dem Virus infiziert, über 3.000 sind gestorben. Wegen der schnellen Ausbreitung von Sars-CoV-2 in Deutschland empfiehlt Gesundheitsminister Jens Spahn, Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Teilnehmern vorerst abzusagen. In Europa fanden mehrere Fußballspiele und große Sportereignisse (Biathlon, Skispringen) bereits vor leeren Zuschauertribünen statt, in Italien sollen laut lokalen Medienberichten ab Montag (9.) offenbar alle Betreiber von Liftanlagen und alle Hotels in Südtirol ihre Saison vorzeitig beenden und schließen. Zunehmend gerät auch die Kreuzfahrtindustrie in die Kritik. Die schwimmenden Städte auf den Weltmeeren beherbergen bis zu 3.500 Passagiere und mehr als 1.000 Crew-Mitglieder, die für einen begrenzten Zeitraum auf engstem Raum zusammenleben. Das Problem von Kreuzfahrtschiffen ist, dass sie einem schwimmenden Brutkasten gleichen und Erreger sich auf Grund der Enge und der engen Kontakte schnell verbreiten können. In den letzten Tagen wurden mehrere Kreuzfahrtschiffe wegen des Coronavirus’ unter Quarantäne gestellt und das Auswärtige Amt erklärte, dass auf Kreuzfahrten ein erhöhtes Quarantäne-Risiko besteht. Aus Sorge vor dem neuartigen Coronavirus demonstrierten mehrere Bewohner der Insel La Reunion, setzten Mülleimer in Brand und versuchten die Taxen und Busse, mit denen die Passagiere transportiert werden sollten, zu stoppen. Auf Puerto Rico berichteten die Behörden am Sonntag (8.) vom „ersten mutmaßliche Fall“ von Coronavirus auf der Karibikinsel.

Eine 68-jährige Frau aus Norditalien ist demnach der erste mutmaßliche Fall von COVID-19 auf Puerto Rico. Auf einer Pressekonferenz berichteten die Gouverneurin der Insel, Wanda Vázquez und der Gesundheitsminister Rafael Rodríguez, dass die Frau und ihr Partner in einem Hotel in der Metropolregion von San Juan isoliert sind. In den nächsten 24 bis 48 Stunden wird bekannt sein, ob die Personen infiziert sind. Der Test ist auf der Insel nicht verfügbar, die Proben wurden in die USA geschickt. Die Behörden gaben an, dass die Frau mit dem Schiff „Costa Luminosa“ angekommen sei, das Fort Lauderdale (USA) vor fast fünfzehn Tagen verlassen habe. Das Schiff beförderte 2.500 Menschen und es wird geschätzt, dass etwa vierzig Prozent der Reisenden San Juan besucht haben.

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  1. 1
    noesfacil

    Ich wäre gar nicht traurig, wenn der größte Teil dieser, auf allerübelsten Weise die Umwelt verpestende, weit mehr als entbehrlichen Amüsierindustrie für saturiertes, fettes, dekadentes und dauergelangweiltes Wohlstandsbürgertum, im Zuge von „Corona„ oder was auch immer, von diesem Planeten wieder verschwinden würde.
    Diese „Massengutfrachter“ für dumpfes, menschliches Protoplasma, mit dem ausschl. Ziel der enthemmten, rücksichtslosen Gewinnmaximierung der fragwürdigen Massenamüsierindustrie, sind für die Existenz Aller, insbesondere diejenigen, einer noch halbwegs intakten Umwelt und eines erträglichen Klimas, weitaus schlimmer als die Pest.
    noesfacil

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