Corona-Pandemie und die Pressefreiheit: Wahrheit in Venezuela nicht erwünscht

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Lieferung von CLAP-Boxen im Barrio Jose Felix Ribas Zone 2 -ohne die Einhaltung von Mindeststandards der Prävention (Foto: .AnonymousVene10
Datum: 25. März 2020
Uhrzeit: 14:11 Uhr
Leserecho: 3 Kommentare
Autor: Redaktion
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Die Covid-19-Pandemie hat weltweit gravierende Auswirkungen auf die Pressefreiheit. Regierungen halten Informationen über das Ausmaß der Epidemie zurück. Manche Regime versuchen, die Berichterstattung zu manipulieren. Journalistinnen, Journalisten und ihre Redaktionen werden festgenommen oder angefeindet, weil sie unabhängige Informationen über die Epidemie veröffentlichen. Einige Regierungen sammeln flächendeckend sensible Daten oder bestrafen die Verbreitung „falscher“ Informationen zur Corona-Krise. Inhaftierte Medienschaffende sitzen in überfüllten Gefängnissen mit schlechter Gesundheitsversorgung fest. Akut bedrohte Journalistinnen und Journalisten können wegen geschlossener Grenzen nicht ins Ausland fliehen. Reporter ohne Grenzen (RSF) berichtet darüber, dass in Lateinamerika Venezuela und Honduras mit einer unverhohlenen Einschränkung der Pressefreiheit oder mit Zensur auf die Herausforderungen der Corona-Pandemie reagieren.

In Honduras hat Präsident Juan Orlando Hernández den Verfassungsartikel zur Pressefreiheit außer Kraft gesetzt. Aus Venezuela berichtet die Pressefreiheits-NGO IPYS, Medienschaffende und ihre Quellen aus dem Gesundheitswesen hätten Drohungen von regionalen Funktionären sowie über soziale Netzwerke erhalten, nachdem sie über Corona-Verdachtsfälle und über die Zustände in Krankenhäusern berichtet hatten. Spezialkräfte nahmen einen freien Journalisten fest, der auf seinen Social-Media-Kanälen über die Corona-Krise berichtete; zur Begründung verwiesen sie auf einen anonymen Hinweis, dass er mit Covid-19 infiziert sei. Eine von der Nationalversammlung und Oppositionsführer Juan Guaidó betriebene Informationsseite über das Coronavirus blockierten die Behörden.

Staatliche und staatsnahe russische Medien verbreiten nach Beobachtung des Europäischen Auswärtigen Dienstes in großem Stil Desinformation zur Corona-Krise sowohl für ein russisches Publikum als auch in anderen Ländern. Brasiliens rechtsextremer Präsident Jair Bolsonaro wirft den Medien vor, sie verbreiteten „Hysterie“ über die Auswirkungen des Virus, um ihn aus dem Amt zu drängen. US-Präsident Donald Trump verharmloste die Gefahren durch das Covid-19-Virus wochenlang und warf den Medien vor, mit ihrer Berichterstattung über dessen Ausbreitung Panik zu verbreiten.

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Kommentarbereich

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  1. 1
    noesfacil

    „Pressefreiheit: Wahrheit in Venezuela nicht erwünscht“

    Ei, ei, ei,…….. wer hätte das gedacht?

    Oder um es mit Loriot kurz und knapp auszudrücken: „ACH WAS“!
    noesfacil

  2. 2
    Galgo

    Sind doch alles Schlitzohren und Gauner, der eine mehr der andere weniger. Es beweist mal wieder, dass Extreme in der Politik sehr gefährlich für das Volk sind. Nur das Volk ist eben dafür verantwortlich, dass solche „Halunken“ an die Macht kommen, sie laufen ganz einfach gerne hinter Populisten her, wenn sie dann die Nase voll haben ist es meistens zu spät, siehe Vzla., Nicaragua, Cuba, China, Russland, Nordkorea, Iran, und in letzter Zeit auch USA, Brasilien,Kolumbien,Philippinen, Polen, Ungarn, Italien 50/50, oh, es gäbe sehr,sehr viel mehr Länder aufzuzählen die auf der Kippe stehen. „Wenn es dem Volk zu Wohl wird, geht es auf das Glatteis“, altes Sprichwort und stimmt.

    • 2.1
      noesfacil

      > Nur das Volk ist eben dafür verantwortlich, dass solche „Halunken“ an die Macht kommen, sie laufen ganz einfach gerne hinter Populisten her, wenn sie dann die Nase voll haben ist es meistens zu spät,<

      Volltreffer!
      Jedes weitere kommentierende Wort dazu wäre zuviel.
      noesfacil

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