Kaffeeproduktion schafft eine Alternative zur Entwaldung in Rondônia

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Rondônia ist der größte Kaffeeproduzent im Amazonasgebiet (Sorte Robusta) und der fünfte in der nationalen Produktion - nach Minas Gerais, Espírito Santo, São Paulo und Bahia (Foto: ValterCamponato/AgenciaBrasil)
Datum: 23. Mai 2020
Uhrzeit: 17:19 Uhr
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Kaffeeplantagen im brasilianischen Bundesstaat Rondônia bieten 17.000 Familien in fünfzehn Gemeinden, einschließlich indigener Völker, Beschäftigung und Einkommen ohne den Amazonas-Regenwald zu zerstören. Laut einer Studie des brasilianischen Forschungsinstituts „Embrapa“ (Empresa Brasileira de Pesquisa Agropecuária) hat die Anbaufläche für Kaffee im letzten Jahrzehnt abgenommen und die Produktion zugenommen. Der „Estado de Rondônia“ liegt im Nordwesten von Brasilien (Hauptstadt Porto Velho) und grenzt an die brasilianischen Bundesstaaten Amazonas, Acre und Mato Grosso sowie an Bolivien. Es gehört zur brasilianischen Großregion Norte.

Im Jahr 2011 bewirtschafteten die „Rondonienses“ 318.000 Hektar Land und produzierten 1,9 Millionen Säcke (je 60 Kilogramm). Die Produktionserwartung für die diesjährige Ernte liegt bei über 2,3 Millionen Sack, auf einer bepflanzten Fläche von 71.000 Hektar (78 Prozent weniger als 2001). Der Produktivitätsgewinn ist noch beeindruckender. Im Jahr 2001 betrug der Durchschnitt der Ernte acht Säcke pro Hektar. Heute beträgt der durchschnittliche Ertrag 36 Säcke pro Hektar, ein Wachstum von 400 Prozent. Laut Enrique Alves, Autor der Studie und Forscher bei Embrapa in Rondônia, gibt es inzwischen Kaffepflanzen, die bis zu 180 Säcke pro Hektar produzieren.

Wissenschaft, Technologie und der Zweck der Produktion ohne Zerstörung des Waldes stehen hinter diesen Ergebnissen. Kaffee kam in den 1970er Jahren in Rondônia an und wurde von Siedlern aus Espírito Santo, Minas Gerais und Paraná gebracht. Die in der Bundesverfassung (1988) vorgesehene Abgrenzung der indigenen Gebiete gab den Ureinwohnern Regionen zurück, die sich Gebieten, in denen Kaffee gepflanzt wurde, anschließen. Die Indios erweiterten die abgeholzten Gebiete nicht und pflegten den Kaffeeanbau.

Die Kaffeekultur in Rondônia hat sich mit der Zeit und Unterstützung von „Embrapa“ weiterentwickelt. Angewandte Forschung hat die Genetik verbessert und die Einführung neuer Techniken zur Vorbereitung des Bodens, zur Verteilung der Pflanzen auf den Feldern, zur Bewässerung und zum Beschneiden der Pflanzen ermöglicht. Im Bundesstaat wird die Kaffeeproduktion durch Feuchtigkeit und hohe Temperaturen begünstigt. Darüber hinaus gibt es in Wälder integrierte Pflanzen, wodurch ein Mikroklima entsteht, das die Entwicklung der Pflanzen verändert.

Das Ente-Management wurde ebenfalls verbessert, um ein gleichmäßigeres Wachstum und die gleichzeitige Ernte maximal reifer Früchte zu erreichen. Für die Nachernte wurden neue Techniken zum solaren oder mechanischen Trocknen bei hohen Temperaturen (35 bis 45 Grad Celsius) entwickelt. Eine neue Lagerungs-Routine wurde eingeführt, um Pilze zu vermeiden. Forscher Enrique Alves ist stolz auf die entwickelten Techniken und die erzielten Ergebnisse. Er glaubt auch, dass Rondônia-Kaffee in einer besseren Zukunft für diejenigen führt, die auf den Feldern arbeiten. „Kaffee ist ein Freund des Waldes. Wo Kaffee ist, ist Wald“, so Alves. Seiner Meinung nach bringen die Erhaltung der Umwelt und Produktivitätssteigerungen einen Mehrwert für Kaffee. „Wenn es eine Region auf der Welt gibt, die ihre Kaffeeproduktion dramatisch steigern kann ohne dass ein einziger Hektar Entwaldung erforderlich ist, dann befindet sie sich im Bundesstaat Rondônia“, schrieb der Forscher in der von „Embrapa“ veröffentlichten Studie. Rondônia ist der größte Kaffeeproduzent im Amazonasgebiet (Sorte Robusta) und der fünfte in der nationalen Produktion – nach Minas Gerais, Espírito Santo, São Paulo und Bahia.

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