Dentalphobie – ein weitverbreitetes Phänomen in Südamerika

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In Südamerika scheuen viele Patienten aus Angst den Weg zum Zahnarzt (Foto: Tânia Rêgo/ Agência Brasil)
Datum: 29. Mai 2020
Uhrzeit: 07:47 Uhr
Ressorts: Leserberichte
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Autor: Redaktion
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Zahngesundheit ist auch in Südamerika ein wichtiges Thema. Aufgrund von Zahnschäden, die häufig durch mangelnde Zahnhygiene verursacht werden, gehen auch gesunde Zähne verloren. Dauerhafte Zahnprobleme wirken sich ungünstig auf den allgemeinen Gesundheitszustand aus. Viele Patienten scheuen jedoch den Besuch beim Zahnarzt, da sie unter einer Zahnarztphobie leiden.

Was steckt hinter der krankhaften Zahnarztangst?

Die Zahnarztangst gehört in vielen südamerikanischen Ländern zu den weitverbreiteten Phobien. Oft leiden bereits Kinder unter einer krankhaften Zahnarztangst. Die Ursache einer Dentalphobie ist meist ein unangenehmes Erlebnis beim Zahnarzt, eine gesteigerte Angst vor dem Bohrer oder anderen in einer Zahnarztpraxis befindlichen medizinischen Geräten. Grundsätzlich ist ein mulmiges Gefühl vor einem Zahnarzttermin normal und stellt für die meisten Menschen kein Problem dar. Eine Zahnarztphobie wird jedoch durch Symptome wie Herzrasen, Schweißausbrüche, Zittern sowie andere vegetative Begleiterscheinungen geprägt. Übertriebene Angst vor einer Behandlung beim Zahnarzt kann dazu führen, dass notwendige Maßnahmen aufgeschoben und Vorsorgeuntersuchungen vernachlässigt werden. Dabei gibt es inzwischen wirksame Methoden, um eine Zahnbehandlungsangst dauerhaft abzubauen. In einer modernen Zahnarztpraxis besteht die Möglichkeit, zwischen mehreren Verfahren auszuwählen, sodass eine Zahnbehandlung ohne Schmerzen stattfinden kann. In dieser auf die Behandlung von Angstpatienten spezialisierten Zahnarztpraxis können Patienten in einer Zahnarztangst-Sprechstunde über ihre speziellen Ängste sprechen, damit eine Lösung gefunden werden kann, um die Zahnbehandlungsangst zu überwinden. Bei ambulanten zahnmedizinischen Eingriffen wie einer Zahnimplantation, Weisheitszahnentfernung oder Wurzelspitzenresektion werden häufig Verfahren wie eine Kurznarkose angewandt, sodass Angstpatienten eine möglichst stressfreie Behandlung erhalten. Es empfiehlt sich, bei Zahnarztangst zunächst einen Besprechungstermin zu vereinbaren, um sich allmählich an die Atmosphäre in einer Zahnarztpraxis zu gewöhnen. Als Zahnpatient sollte man den behandelnden Zahnarzt unbedingt bereits vor der Zahnbehandlung auf diese Ängste hinweisen, damit sich der Zahnmediziner auf den speziellen Bedarf einstellen kann.

Wie können übertriebene Ängste überwunden werden?

Häufig werden angstauslösende Situationen einfach gemieden. Bei Zahnproblemen ist dies jedoch keine Lösung, denn Zahnschäden können schließlich auch gesunde Zähne gefährden und die Zahngesundheit erheblich beeinträchtigen. Es lohnt sich deshalb, eine Strategie gegen die Angst zu entwickeln und negativen Gefühlen mit geeigneten Maßnahmen entgegenzutreten. Grundsätzlich ist jeder Mensch in der Lage, mit Angst angemessen umzugehen. Da es sich bei Ängsten um ein erworbenes oder erlerntes Verhalten handelt, kann dieses auch wieder verlernt oder abtrainiert werden. Manchmal hilft bereits die Lieblingsmusik im Walkman, um die Wartezeit im Wartezimmer zu überbrücken und dabei zu entspannen. Indem sich Angstpatienten bewusst mit ihrer Phobie auseinandersetzen, kann die Angst vor dem Zahnarzt ganz leicht besiegt werden. Informationen über die Zahnarztbehandlung einzuholen, kann ebenfalls helfen, Ängste zu reduzieren, da sich meist herausstellt, dass die Therapie wesentlich harmloser ist als befürchtet. Gegen eine bereits länger bestehende Dentalphobie helfen auch psychotherapeutische Verfahren. Mit der Unterstützung von spezialisierten Experten können Angstpatienten die Ursache für ihr Angstverhalten finden und lernen, unbegründete Ängste selbst zu überwinden. Verhaltenstherapien zählen zu den Behandlungsverfahren, die sich bei der Angstbekämpfung als wirksam erwiesen haben. Aufgrund der aktuellen Situation müssen im Zusammenhang mit Zahnarztterminen weitere Vorschriften beachtet werden. Von der Coronavirus-Krise ist auch in Südamerika das komplette öffentliche Leben betroffen. Deshalb ist es notwendig, sich vor einer Terminvereinbarung zunächst über die am Wohnort geltenden Corona-Regeln zu informieren.

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