Pantanal: Das größte Feuchtgebiet der Welt brennt

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Tausende Feuerwehrleute in ganz Brasilien kämpfen gegen die Feuersbrünste, die vom Amazonas bis in die Cerrado-Ebenen gesprungen sind (Fotos: bombeirosgov)
Datum: 30. August 2020
Uhrzeit: 13:15 Uhr
Leserecho: 1 Kommentar
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Der Klimawandel hat Auswirkungen auf sämtliche Weltregionen. Das Eis der Polkappen schmilzt ab und der Meeresspiegel steigt. In einigen Regionen kommt es häufiger zu extremen Wetterereignissen und zunehmenden Niederschlägen, während andernorts verstärkt extreme Hitzewellen und Dürren auftreten. Diese Auswirkungen werden sich in den kommenden Jahrzehnten verschärfen. Der Klimawandel und der daraus resultierende Anstieg der globalen Durchschnittstemperaturen vollzieht sich so rasch, dass viele Pflanzen- und Tierarten sich kaum anpassen können. Ein Beispiel dafür ist das südamerikanische Pantanal. Im zu den größten Binnenland-Feuchtgebieten der Erde zählenden UNESCO-Welterbe trocknet die Vegetation, die sich während der Regenzeit unter Wasser bildet/verdichtet, immer weiter aus. Die steigenden Durchschnittstemperaturen führen dazu, dass das Wasser in den unzähligen Teichen und Lagunen verdampft und entflammbare Ablagerungen noch lange, nachdem die sichtbareren Flammen erloschen sind, weiter glühen können.

Tausende Feuerwehrleute in ganz Brasilien kämpfen gegen die Feuersbrünste, die vom Amazonas bis in die Cerrado-Ebenen gesprungen sind. Das unterirdische Feuer im Pantanal stellt dabei eine besonders komplexe Herausforderung dar. Die einzige Möglichkeit die Glutnester unterirdisch zu löschen, besteht darin, einen Graben um sie herum auszuheben. Oftmals ist dies allerdings unmöglich, da sich die Feuer auf bis zu zwanzig Kilometer Brandfläche ausbreiten. Es sind die schlimmsten Brände seit fünfzehn Jahren. Die Flammen bedrohen die Artenvielfalt der Region, in der Tapire, Pumas, Wasserschweine und die dichteste Jaguar-Population der Welt beheimatet sind. Das Pantanal erstreckt sich über 150.000 Quadratkilometer in Brasilien und umfasst auch Teile von Bolivien und Paraguay.

Inzwischen sind die Einsatzkräfte gezwungen, riesige Flächen mit trockenen Bäumen und Sträuchern zu fällen und die Parzellen mit Traktoren zu roden, um den Flammen die „Nahrung“ zu stehlen und ihre Ausbreitung zu verhindern. Starke Winde führen jedoch immer wieder dazu, dass die Flammen die abgeholzte Fläche überspringen – die unterirdischen Glutnester breiten sich ebenfalls unkontrollierbar aus. In der riesigen und zum großen Teil unzugänglichen Region sind die Feuerwehrleute bei vierzig Grad Celsius oftmals bis zu neun Stunden unterwegs, um an die Brandherde zu gelangen.

Die Region füllt sich normalerweise während der Regenzeit, etwa von November bis März, mit Wasser. Bedingt durch den Klimawandel waren die Überschwemmungen in diesem Jahr jedoch viel geringer als normal und eine nachfolgende Dürre hat das Gebiet gefährlich „brandgefährdet“ gemacht. In diesem Monat hat das Pantanal nach Angaben der brasilianischen Weltraumforschungsagentur Inpe (Instituto Nacional de Pesquisas Espaciais) bisher 4.677 „Hot Spots“ verzeichnet, die schlimmste Brandwelle seit August 2005. Die Behörden sprechen von der „schlimmsten Trockenzeit/Dürre seit dreißig Jahren“.

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  1. na,wenn da mal nicht „el presidente“ ein brennendes streichholz verloren hat.

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