Kubanische Staatsicherheit bedroht Kolumnisten der Washington Post

medienschaffende

Wie andere Journalisten auf der Karibikinsel auch, wurde Abraham Jiménez Enoa innerhalb des letzten Jahren verstärkt an der Ausübung seines Berufs gehindert und eingeschüchtert (Foto: Archiv)
Datum: 09. Oktober 2020
Uhrzeit: 13:49 Uhr
Ressorts: Kuba, Kultur & Medien
Leserecho: 0 Kommentare
Autor: Redaktion
Autor folgen:
Sprachkurs Spanisch (Südamerika)

Meinungs- und Pressefreiheit sind auf Kuba unerwünscht. Das bekommt aktuell der Kolumnist der Washington Post, Abraham Jiménez Enoa zu spüren, berichtet die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM). Der freie Journalist wurde am 2. Oktober 2020 von drei Beamten der kubanischen Staatssicherheit in Handschellen abgeführt, einer Leibesvisitation unterzogen und in deren Hauptquartier fast fünf Stunden lang verhört sowie bedroht.

Wie andere Journalisten auf der Karibikinsel auch, wurde Abraham Jiménez Enoa innerhalb des letzten Jahren verstärkt an der Ausübung seines Berufs gehindert und eingeschüchtert. Während des Verhörs wurde er mit Nachdruck aufgefordert, seine Tätigkeit für die Washington Post zu beenden. Falls er dem nicht nachkomme, würde dies strafrechtliche Folgen für ihn und seine Familie nach sich ziehen. Die IGFM fordert, dass die kubanische Regierung die Tätigkeit von Journalisten wie Abraham Jiménez Enoa nicht mehr behindert und die Pressefreiheit auf Kuba respektiert.

„Eine freie Presse und unabhängige Berichterstattung sind essentiell, um Missstände aufzudecken, das Handeln der Regierung kritisch zu hinterfragen und die Bürger objektiv zu informieren. All das ist allerdings von Seiten des kubanischen Regimes unerwünscht. Verschleierung, Gleichschaltung der Medien, Gefängnisstrafen und Einschüchterung der unabhängigen Journalisten sind auf der Karibikinsel an der Tagesordnung“, erklärt Martin Lessenthin, Vorstandssprecher der IGFM.

Internetsperre und Verweigerung der Reisefreiheit

Abraham Jiménez Enoa ist ein freier Journalist und Mitbegründer des kubanischen Online-Literaturmagazins El Estornudo. In der spanischen Ausgabe der Washington Post erscheint eine monatliche Kolumne von ihm. Im lokalen Nachrichtenmagazin Gatopardo, berichtet er über das Leben auf Kuba. Während des gesamten letzten Jahres wurde Abraham Jiménez Enoa mehrfach von den kubanischen Behörden schikaniert und ihm wurde die Ausübung seiner journalistischen Arbeit erschwert. „Genau wie einige seiner Kollegen wurde er zum Beispiel daran gehindert, sein Haus zu verlassen. Zeitweise wurde ihm sogar das Internet abgestellt – besonders häufig an Tagen, an denen es viel zu berichten gab“, so die IGFM. Zudem dürfe er nach Informationen der in Frankfurt ansässigen Menschenrechtsorganisation das Land nicht verlassen.

P.S.: Sind Sie bei Facebook? Dann werden Sie jetzt Fan von agência latinapress! Oder abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter und lassen sich täglich aktuell per Email informieren!

© 2009 - 2020 agência latinapress News & Media. Alle Rechte vorbehalten. Sämtliche Inhalte dieser Webseite sind urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung und Verbreitung nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung von IAP gestattet. Namentlich gekennzeichnete Artikel und Leser- berichte geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Für Einsendungen und Rückmeldungen bitte das Kontaktformular verwenden.

Dies könnte Sie auch interessieren

Kommentarbereich

Hinweis: Dieser Kommentarbereich ist moderiert. Leser haben hier die Möglichkeit, Ihre Meinung zum entsprechenden Artikel abzugeben. Dieser Bereich ist nicht dafür gedacht, andere Personen zu beschimpfen oder zu beleidigen, seiner Wut Ausdruck zu verleihen oder ausschliesslich Links zu Videos, Sozialen Netzwerken und anderen Nachrichtenquellen zu posten. In solchen Fällen behalten wir uns das Recht vor, den Kommentar zu moderieren, zu löschen oder ggf. erst gar nicht zu veröffentlichen.

Leider kein Kommentar vorhanden!

Diese News ist älter als 14 Tage und kann nicht mehr kommentiert werden!