Mexiko: Präsident entschuldigt sich bei den Maya

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Chichén Itzá ist eine weltberühmte Ruinenstätte der Maya-Kultur auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán (Foto: yucatan.gob)
Datum: 04. Mai 2021
Uhrzeit: 14:39 Uhr
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Autor: Redaktion
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Mexikos Präsident Andrés Manuel López Obrador hat sich bei den indigenen Maya für Missbräuche entschuldigt, die in den fünf Jahrhunderten seit der spanischen Eroberung gegen sie begangen wurden. Obrador sprach auf einer Veranstaltung, an der auch der guatemaltekische Führer Alejandro Giammattei im südöstlichen Bundesstaat Quintana Roo teilnahm. Seine Rede konzentrierte sich auf den Kastenkrieg von 1847-1901, bei dem vermutlich rund 250.000 Menschen ihr Leben verloren haben. Der „Guerra de Castas“ war ein zeitweise erfolgreicher, letztlich aber gescheiterter Unabhängigkeitskrieg der Maya-Bevölkerung auf der Halbinsel Yucatán, der formell mit der Einnahme des letzten unabhängigen Maya-Stützpunktes Chan Santa Cruz durch mexikanische Truppen endete.

„Wir entschuldigen uns aufrichtig beim Maya-Volk für die schrecklichen Missbräuche, die Einzelpersonen sowie nationale und ausländische Behörden bei der Eroberung während drei Jahrhunderten kolonialer Herrschaft und zwei Jahrhunderten eines unabhängigen Mexikos begangen haben“, so Lopez Obrador. Guatemalas Alejandro Giammattei bestätigte, dass das Maya-Volk immer noch Leiden und Vernachlässigung ausgesetzt ist.

Es ist nicht überraschend, dass Andrés Manuel López Obrador sich offiziell beim Maya-Volk entschuldigt: Er machte dies bereits erstmals in seinem Heimatstaat Tabasco, wo er sich als Vokalaktivist für die Rechte der Ureinwohner betätigte. Die neue Entschuldigung ist ein wichtiger Meilenstein für die Maya-Führer, die sich seit langem für eine stärkere Anerkennung der Massenmorde an ihrem Volk und eine nahezu vollständige Ausrottung ihrer Kultur und Bräuche durch die spanische und mexikanische Regierung einsetzen. Das Timing wird jedoch auch mit einiger Skepsis aufgenommen. Es dauert nur noch einen Monat, bis wichtige Parlaments- und Kommunalwahlen stattfinden und Präsident López Obrador treibt sein Lieblingsprojekt, den „Tren Maya“ weiter voran. Der Touristenzug soll durch eine Region namens Riviera Maya fahren, wo sich auch Ruinen einer alten Hafenstadt der Maya befinden.

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