Roma-Migranten aus Europa flüchten in die USA

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Die Roma sind eine der größten und am stärksten benachteiligten Minderheiten in Europa (Foto: UNICEF / UN041336 / Pirozzi)
Datum: 26. Mai 2021
Uhrzeit: 14:02 Uhr
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Autor: Redaktion
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Unter den Hunderten von mittelamerikanischen Migranten, die täglich auf Flößen den Rio Grande von Mexiko nach Texas überqueren, fielen an einem der letzten Tage Dutzende von ihnen auf. Laut einem Bericht von „Reuters“ waren die Notleidenden im Allgemeinen größer und einige trugen Röcke, schicke Schuhe und Trainingsanzüge. Ein Großteil der Flüchtenden hingegen war mit abgewetzten T-Shirts, Hosen und Jeans unterwegs. US-Grenzschutzbeamte, die sie in der Nähe des Flusses festnahmen, versuchten mit ihnen auf Spanisch zu sprechen. Es gab eine Pause, als einige der Grenzgänger in gebrochenem Englisch erklärten, dass sie Rumänen seien.

Dutzende von Rumänen, die der ethnischen Minderheit der Roma angehören, haben in den letzten Wochen die Grenze zwischen den USA und Mexiko im Süden von Texas überquert, um Asyl zu beantragen. Dies unterstreicht die weit entfernte Herkunft einiger Migranten die dazu beigetragen haben, dass die Zahl der Festnahmen an der Grenze in den letzten Monaten ein 20-Jahres-Hoch erreicht hat. „Reuters“ beobachtete im Mai mehrfach große Gruppen dieser Migranten, die den Rio Grande auf Flößen überquerten. Die Migranten, mit denen „Reuters“ sprach, sagten, sie seien auf der Flucht vor Rassismus in Rumänien und wollten in den Vereinigten Staaten Asyl suchen.

Die Roma sind die größte ethnische Minderheit in Europa und haben eine lange Geschichte der sozialen Ausgrenzung und Diskriminierung. Im Laufe von drei Wochen sah ein Reuters-Fotograf fast zweihundert Rumänen, die an verschiedenen Punkten entlang der Grenze zu Texas die Grenze überquerten, viele davon waren Großfamilien mit 10-15 Personen. Grenzschutzbeamte haben laut Daten der US-Zoll- und Grenzschutzbehörde im Geschäftsjahr 2021 bisher 2.217 Rumänen festgenommen, mehr als die 266 im gesamten Geschäftsjahr 2020 (289 im Geschäftsjahr 2019). Die aktuellen Ankünfte sind damit auf dem besten Weg, die höchsten seit 2007 zu werden.

Nach Angaben von Margareta Matache, Direktorin des Roma-Programms am „FXB Center for Health and Human Rights“ an der Harvard University, fliehen viele Roma aus Rumänien um der Verfolgung und der schlechten wirtschaftlichen Lage zu entkommen – die teilweise durch die COVID-19-Pandemie angeheizt wurde. „Gegenwärtig bieten die US-Politik und die politischen Vorschläge Hoffnung auf eine humanere und gerechtere Politik, auch für Einwanderer“, so Matache. „Sie (Roma) suchen nach einem besseren Leben an einem Ort, an dem sie nicht Gewalt, Diskriminierung und Respektlosigkeit ausgesetzt sind.“

Die Agentur der Europäischen Union für Grundrechte stellte 2016 in einer Umfrage unter fast 8.000 Roma in neun europäischen Ländern fest, dass etwa achtzig Prozent der Roma-Bevölkerung unterhalb der nationalen Armutsgrenze leben. Es gibt keine offizielle Bevölkerungszählung für Roma, die in vielen Ländern leben und seit langem mit Vorurteilen in Europa und weltweit konfrontiert sind. Die meisten leben in Osteuropa, insbesondere in Rumänien, Bulgarien, der Slowakei und Ungarn. Rumänischen Medienberichten zufolge fliegen viele rumänische Migranten als Touristen von Paris nach Mexiko-Stadt, da sie für die Einreise nach Mexiko kein Visum benötigen. Dann werden sie von Schmugglern mit Bussen zur US-Grenze gebracht, wo sie den Rio Grande mit Booten oder Flößen überqueren.

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