Ecuador: Der Brillenbär ist vom Aussterben bedroht

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Der Brillenbär ist zwischen 1,30 und 1,90 Meter groß und wiegt im Durchschnitt zwischen 80 und 125 Kilogramm (Foto: Armando Castellanos/ La Hora)
Datum: 16. Juli 2021
Uhrzeit: 06:32 Uhr
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Autor: Redaktion
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Der Brillenbär, Andenbär oder Südamerikanische Bär ist eine einzigartige Art in der Region. Er ist unter dem Namen Brillenbär bekannt wegen des Kontrasts, der in der weißlichen Farbe um seine Augen mit dem restlichen schwarzen, grauen oder schwarzbraunen Fell erzeugt wird. Das Tier bewohnt die hohen und kalten Regionen von Panama und Venezuela, durchquert die Paramos und halbfeuchten Anden in Kolumbien, Ecuador, Peru, Bolivien und im Norden Argentiniens. Die „International Union for Conservation of Nature“ hat das Säugetier als gefährdete und vom Aussterben bedrohte Art eingestuft. Der Brillenbär ist zwischen 1,30 und 1,90 Meter groß und wiegt im Durchschnitt zwischen 80 und 125 Kilogramm. Er ist ein sanftes tagaktives Tier und ein Allesfresser. Obwohl es große Reißzähne hat, ist seine Ernährung überwiegend vegetarisch. In Ecuador beträgt die von Experten geschätzte Population kaum mehr als 4.000 Individuen. Armando Castellanos von der Andenbärenstiftung erklärt, dass sie pro 40.000 Hektar 60 oder 70 Bären in Ecuador überwacht haben. In ganz Südamerika würde die Gesamtpopulation der Brillenbären 18.000 kaum überschreiten. Der größte Teil der Population lebt in Peru.

In Ecuador ist der Artenhandel eine Aktivität, die als Verbrechen gegen die Biodiversität eingestuft und mit einer Freiheitsstrafe von ein bis drei Jahren geahndet wird. Der Brillenbär hat seinen Lebensraum durch die Erweiterung der landwirtschaftlichen Grenzen in den Andenmooren und feuchten Wäldern verloren. Diese Realität hat das Tier gezwungen, von Menschen bewohnte Gebiete aufzusuchen. Dort werden sie gejagt und oftmals getötet. Laut Judith Figueroa von der Zoologischen Forschungsgruppe für Wirbeltiere der Universität Alicante sind die Hauptprodukte, die aus dem erlegten und geschlachteten Säugetier gewonnen werden, mit Kräutern gemischtes Fett zum Einreiben, Fett für Nahrungszwecke, Beine und Haut. Bärenteile werden zu Heilzwecken verkauft, aber auch für magischen Aberglauben oder angebliche aphrodisierende Eigenschaften. Die Hauptabnehmer der Gallenblase des Säugetiers sind beispielsweise Menschen asiatischer Herkunft. Ein Bärenbaby kann auf dem Schwarzmarkt für den Wildtierhandel für tausend US-Dollar verkauft werden.

Die Rote Liste gefährdeter Arten der „International Union for Conservation of Nature“ (IUCN) ist ein 1963 erstelltes Inventar zum Erhaltungszustand von Tier- und Pflanzenarten weltweit. Die „IUCN“ ist eine 1948 in Paris gegründete internationale Organisation mit Sitz in der Schweiz.

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