Der unsichere Flug von „Sky Airlines“

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"Sky Airline" ist die zweitgrößte chilenische Fluggesellschaft mit Sitz in Santiago de Chile und Basis auf dem Flughafen Santiago de Chile (Foto: SkyAirline)
Datum: 20. Juli 2021
Uhrzeit: 17:55 Uhr
Ressorts: Chile, Welt & Reisen
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Nach dem Sturm kommt die Ruhe. Einige Stürme scheinen aber nicht zu enden, wie der, mit dem die Luftfahrtindustrie seit der Corona-Pandemie im Jahr 2020 zu kämpfen hat. Die verheerende Seuche erzwang die weltweite Aussetzung von Flügen und führte laut der „International Air Transport Association“ (IATA) zu Verlusten in Höhe von 118,5 Milliarden US-Dollar. Der Dachverband der Fluggesellschaften bezeichnet diese Krise als die „verheerendste“ aller Zeiten. Das lang erwartete Ende schien nahe zu sein, als viele Länder die Mobilitätsbeschränkungen aufhoben und die aufgestaute Passagiernachfrage Ende letzten Jahres zunahm. Die Illusion währte jedoch nicht lange. Gerade im zweiten Monat des Jahres 2021 breiteten sich neue Varianten des Coronavirus besonders in Lateinamerika aus.

In diesem düsteren Szenario profitierten Low-Cost-Airlines von einer viel leichteren Struktur und konnten in einigen Märkten wie Mexiko, Brasilien und Kolumbien einen höheren Anteil im Vergleich zu Full-Service-Airlines erreichen. Aber nicht alle hatten das gleiche Glück. Die chilenische Billigfluggesellschaft „Sky Airlines“ ist eine der wenigen Fluggesellschaften dieses Modells in der Region, die Schwierigkeiten hatte den Weg der Erholung einzuschlagen. Dies geschah unter anderem aufgrund der noch bestehenden Flugbeschränkungen in Chile, ihrem Hauptmarkt und den Spätreaktivierung in Peru, wo das Unternehme mit 17,20 Prozent den zweiten Platz beim Inlandsmarktanteil einnimmt.

Konkret hat das vom verstorbenen Geschäftsmann Jürgen Paulmann gegründete Unternehmen, das heute von seinem Sohn Holger geleitet wird, zwischen Januar und April 503.246 Passagiere auf chilenischem Territorium und 70.506 Passagiere auf internationalen Flügen befördert. Dies entspricht einem Rückgang von 62,1 bzw. 75,6 Prozent im Vergleich zu den ersten vier Monaten 2019. Mit diesem Passagieraufkommen erreichte die Airline im März einen Auslastungsfaktor von knapp siebzig Prozent. Inzwischen wurde eingeräumt, dass es im April einen „erheblichen“ Rückgang gab, nachdem die Regierung eine neue Grenzschließung angeordnet hatte.

In Peru sieht die Szene dagegen etwas besser aus. Im Mai wurde eine Auslastung von 75 Prozent erreicht, unterstützt durch die Reaktivierung von zwölf Inlandsstrecken und interregionalen Flügen. Eine Zahl, die nach Ansicht von Carlos Gutiérrez Laguna, Generaldirektor der Association of International Air Transport Companies of Peru (AETAI), noch immer „keinen erholten Markt darstellt“ – zumal die internationale Arena weiterhin nicht reaktiviert wird und „Sky“ keine Pläne hat, Flüge vor dem vierten Quartal dieses Jahres wieder aufzunehmen.

Mit praktisch eingestelltem Betrieb in Chile und nur Inlandsflügen in Peru versucht die Airline heute erfolgreich ihren wichtigsten Weg einzuschlagen: die finanzielle Rekapitalisierung. Es ist ein Weg, der letztes Jahr in der zweiten Jahreshälfte mit verschiedenen Optionen auf dem Tisch begonnen wurde – darunter die Emission einer Anleihe und die Kapitalzufuhr -, aber fast ein Jahr später sind sie immer noch nicht eingetreten . „Wir arbeiten weiter hart daran, aus dieser Krise herauszukommen“, antwortet José Ignacio Dougnac, CEO von „SKY Airlines“, auf die Frage nach dem Stand der Verhandlungen. Er räumt ein, dass das letzte Jahr eine große Herausforderung war. Nach seinen Worten war es „schwierig“, sich an eine Situation anzupassen, in der die Branche von einem Tag auf den anderen drastisch geschrumpft ist. Sein Ziel ist es vorerst, dass „Sky“ mit einer „leichteren und effizienteren“ Struktur aus der Krise hervorgeht.

Trotz eines schlechter als erwarteten Szenarios ist Dougnac optimistisch und schätzt, dass der chilenische Inlandsmarkt bis Ende dieses Jahres achtzig Prozent des Niveaus von 2019 erreichen wird und der internationale Markt zwischen vierzig und fünfzig Prozent des Niveau der Präpandemie. Sein Optimismus basiert auf zwei Faktoren: zum einen auf den schnellen Fortschritten, die der Coronavirus-Impfprozess in Chile gemacht hat und bereits siebzig Prozent der Zielbevölkerung übersteigt und zweitens die Gelegenheit, dass die Fluggesellschaft ihr Fracht- und Charterfluggeschäft steigern konnte, während sie gleichzeitig die erste Fluggesellschaft in Südamerika mit einhundert Prozent „Airbus A320neo“ Flugzeugen ist, die dreißig Prozent CO2-Emissionen reduzieren.

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